Vergleichen wir unseren Umweltverbrauch mit dem von Jugendlichen in Ghana

Fußabdrücke in Ghana

Auf http://www.fussabdruck.de bieten wir einen hübsch bebilderten, aktuellen Fußabdrucktest für Deutschland an. Nach 13 Fragen zeigt sich, wie nachhaltig der eigene Lebensstil ist und wie man ihn noch weiter verbessern kann.

Der Ökologische Fußabdruck eignet sich gut für die Bildungsarbeit. Themen wie nachhaltige Lebensstile und ökologische Gerechtigkeit werden damit anschaulich und konkret. Dabei lädt der ökologische Fußabdruck auch zum Blick über den Tellerrand ein. Wie sehen Fußabdrücke in anderen Ländern aus? Wir haben Jugendliche und junge Erwachsene in Ghana gefragt. Die Arbeitsblätter mit Portraits von Isaac, Racheal, Emmanuel und Ernestina können im Schulunterricht, der Konfirmandenstunde oder bei Workshops eingesetzt werden.

Wir wünschen gutes Arbeiten mit den Fußabdruck-Portraits!

 

http://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/fussabdruecke-ghana

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„Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“, so der ghanaische Öko-Aktivist Mike Anane. Die reichen Länderentsorgen viel von ihrem giftigen Elektroschrott billiger in Ländern wie Ghana: Agbogbloshie ist ein Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Noch vor 15 Jahren war dort eine grüne Lagune. Heute leben die Menschen dort auf einer meterhohen Lage Elektro- und Plastikschrott. Messungen haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden die zulässigen Grenzwerte um das 50-fache überschreitet. Es ist das andere Ende unserer Sucht nach modernster Elektronik.

© dpaLupe
Menschenunwürdige Bedingungen: Kinder suchen nach Aluminium, Kupfer oder Eisen auf der Müllhalde von Agbogbloshie/Accra. (Uniceffoto 2011)
Afrikas giftigste Müllhalde
Der Handel mit Elektroschrott in Ghana
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=qqYDWbVg2yw

Elektroschrott: Von Bayern nach Ghana – unser Schrott für Afrika | Kontrovers

Kontrovers im Internet unter: http://www.br.de/kontrovers
Der achtjährige Kofi arbeitet auf der größten Müllkippe Afrikas. Inmitten giftiger Dämpfe sammelt er Metall, um ein paar Euro für die Familie zu verdienen. Der Elektroschrott, der Kofis Gesundheit gefährdet, stammt auch aus Bayern.
https://www.youtube.com/watch?v=XUrvRs_fW94

Toxic City Deutscher Giftschrott für Ghana

„Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“, so der ghanaische Öko-Aktivist Mike Anane. Toxic City wird Agbogbloshie, ein Stadtteil der Hauptstadt Ghanas, deshalb mittlerweile auch genannt. Es ist ein schmutziges Geschäft – in jeder Hinsicht. Europäische Reeder verschiffen Abfälle nach Afrika, wo die Fracht illegal entsorgt wird. Giftige Schwermetalle verseuchen die Menschen, die Böden, die Flüsse und die Fische – und die Händler verdienen dabei ein Vermögen. Ein Großteil des Elektroschrotts kommt aus Deutschland.
https://www.youtube.com/watch?v=SSzhizCy5XU

Giftige Geschäfte Der Elektromüll Skandal

https://www.youtube.com/watch?v=87D2uagjVPg
Jedes Jahr fallen in Deutschland geschätzte zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an. Längst nicht alles wird ordnungsgemäß recycelt, sondern nach Afrika verschifft. Das ist verboten, weil die Geräte giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber enthalten. Die Reportage verfolgt zwei ausgediente Fernsehgeräte von Norddeutschland bis nach Westafrika.
Mehr Journal Reporter:http://www.dw.com/de/programm/dw-nachrichten/s-3230-9801
https://www.youtube.com/watch?v=tga1xz3n74c
Agbogbloshie ist ein Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Noch vor 15 Jahren war dort eine grüne Lagune. Heute leben die Menschen dort auf einer meterhohen Lage Elektro- und Plastikschrott. Messungen haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden die zulässigen Grenzwerte um das 50-fache überschreitet. Es ist das andere Ende unserer Sucht nach modernster Elektronik.
50 Millionen Tonnen Elektroschrott entstehen jedes Jahr weltweit. Zwei Drittel davon wird in Entwicklungsländer exportiert. Täglich kommen Container aus aller Welt in Ghanas Tiefseehafen Tema an. Sie sind voll mit Computern, Fernsehern oder Kühlschränken, die als gebrauchsfähige Secondhandware deklariert sind. Ein großer Teil davon ist jedoch Schrott, der exportiert wurde, um die teure Entsorgung im Ursprungsland zu umgehen.
Tausende Ghanaer, darunter viele Kinder, schlachten die alten Geräte aus. Sie durchsuchen die giftigste Müllhalde Afrikas nach Resten und leben von dem Geld, was sie für die Rohstoffe bekommen. Das Aluminium eines Monitorrahmens ist nur ein paar Cent wert, das Kupfer der Kabel, herausgelöst in giftigen Feuern bringt etwa 50 Cent. Für einen halben Beutel Eisen bekommen die Kinder knapp einen Euro. In Ghana ist Schulpflicht, doch nur wenige der Kinder gehen zur Schule. Keines von ihnen hat selbst einen Fernseher zuhause, geschweige denn einen Computer. Eltern und Kindern bleibt jedoch oft keine Wahl, denn sie brauchen das Geld dringend zum Leben.
Deutschland hat Anteil an der Misere

Ein Großteil des Elektroschrotts stammt aus Deutschland. Dabei hat Deutschland die Basel-Konvention unterzeichnet, die den Export von gefährlichem Abfall verbietet. Elektroschrott ist gefährlicher Abfall, der Deutschland nicht verlassen sollte. Mike Anane ist Journalist und Umweltschützer. Er sagt: „Jeden Tag, an dem ich am Hafen bin, sehe ich Container voller Dreck, Elektroschrott und Müll, die aus den Industriestaaten kommen. Die sollten in den Staaten Europas recycelt oder entsorgt werden, aus denen sie kommen. Aber stattdessen, werden sie auf Schiffe verladen und kommen nach Ghana.“

In Accra kosten gebrauchte Fernseher zwischen 30 und 50 Euro. Thomas handelt mit solchen Geräten. Er hat einen deutschen Pass und importiert Ware von Großhändlern aus Deutschland. Er kauft containerweise ein, knapp 1000 Fernseher pro Lieferung, und sagt: „Es gibt viele arme Leute hier in Ghana, die wollen auch fernsehen. Für die holen wir die Schrottware von Europa nach Afrika.“ Wie viele Apparate funktionieren, weiß er vorher nie. Meist muss er über 80 Prozent wegschmeißen.
Ein kaum zu durchbrechender Teufelskreis

Und so kommen jeden Tag Männer mit Karren, um den Händlern für ein paar Cent die unverkäuflichen Geräte abzunehmen und nach Agbogbloshie zu transportieren. Durch das ehemalige Marktviertel zieht inzwischen überall schwarzer Qualm. Und jeden Tag müssen Kinder dort arbeiten, Metall sammeln und zu den Händlern bringen. Die verkaufen wiederum alles an Großhändler, die die Rohstoffe zurück in die Industriestaaten exportieren.

Kupfer und Aluminium sind begehrte Industrierohstoffe. Solange die Weltmarktpreise hoch bleiben und der Elektroschrott einfach exportiert werden kann, wird sich nichts ändern. Doch auch wenn das Geschäft eines Tages unterbunden wird, bedeutet das nicht unbedingt eine Verbesserung für die Betroffenen. Im Gegenteil: Vermutlich werden diese Menschen arbeitslos und noch ärmer. Denn es fehlt eine Alternative zu ihrem giftigen Arbeitsplatz.
http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/160141/index.html

Elektroschrott in Afrika

April 2013

Das zerstörerische Ende unserer Computer, Fernseher und Kühlschränke
Europäischer Elektroschrott gelangt immer noch nach Afrika und bringt afrikanische Kinder und Jugendliche in Lebensgefahr.

Laut einer aktuellen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO besteht der weltweit am schnellsten wachsende „Müllberg“ aus Elektroartikeln, er vergrößere sich jährlich um 4 %. Schätzungen zufolge sind es über 41 Mio. Tonnen, die pro Jahr anfallen. MitarbeiterInnen der entwicklungspolitischen Organisation Südwind waren bereits zum dritten Mal in den letzten drei Jahren auf einer der größten afrikanischen Elektromüllhalden in Ghanas Hauptstadt Accra. Sie bestätigen den Verdacht der ILO, dass ein Großteil der in Industrieländern zum Recycling anfallenden Elektroaltgeräte, als funktionierende „Second-Hand-Ware deklariert, in Entwicklungsländer verschifft wird und dort großen Schaden anrichtet.

Mittlerweile sind es schon an die 7000 Kinder und Jugendliche, die tagtäglich auf die Elektromüllhalde kommen und Altgeräte verbrennen, um an die Kupferkabel zu kommen. Für eine Tagesausbeute von ½ Kilo Kabel bekommen sie 1 Euro. „Die Luft ist verpestet und macht das Atmen schwer, der Boden voller scharfer Splitter und Gift – es ist nach wie vor apokalyptisch.“ zeigt sich Christina Schröder nach ihrem letzten Lokalaugenschein schockiert: „Jeden Tag kommen mehr Kühlschränke, Fernseher und Computer, zum Teil sogar mit Inventarschildern versehen, die ihre Herkunft aus Europa bestätigen. Hier bringen sie ghanaische Kinder und Jugendliche um ihre Gesundheit“. Haut- oder Lungenkrankheiten, an denen die meisten früher oder später erkranken, bleiben unbehandelt, da die Kinder und Jugendlichen nicht versichert sind und oft auch ohne ihre Eltern leben – zumeist gleich neben der Müllhalde in einem Slum namens „Sodom and Gomorrah“. Einer von ihnen ist der 12-jährige Faruk: „Ich habe ständig Kopfweh, brennende Augen, Husten und Brennen in den Atemwegen. Wenn ich es nicht mehr aushalte, kaufe ich mir von meiner Ausbeute Schmerztabletten. Die werden hier auf der Deponie gehandelt“, erzählte er den Südwind-MitarbeiterInnen.

„Es ist skandalös, was unser Wohlstandsmüll in Afrika anrichtet und nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch kriminell.“ empört sich auch Ines Zanella von Südwind. Auf internationaler Ebene kontrolliert das so genannte Basler Übereinkommen grenzüberschreitende Transporte von Elektromüll. In Europa ist zudem 2006 die WEEE-Richtlinie in Kraft getreten, die den Export von Elektromüll in Länder außerhalb der OECD verbietet und die Sammel- und Verwertungssysteme für Recycling vorsieht. Finanziert werden sollen diese dabei laut Richtlinie von den Herstellern der Geräte. Nur funktionierende Altgeräte dürfen als Second-Hand-Ware weitergegeben und aus Europa ausgeführt werden. Tatsächlich wird aber auch immer wieder Müll als funktionierende Gebrauchtware deklariert und so illegal ausgeführt.

Das Secretariat of the Basel Convention identifiziert in einer Studie als einen signifikanten Weg für die informelle Entsorgung von Elektromüll die Elektrohändler, die Geräte zurücknehmen. Diese geben, sofern sie nicht gebührenfreie öffentliche Sammelsysteme benützen können, ihre gebrauchten und kaputten Geräte an Zwischenhändler weiter, um deren “Entsorgung” zu organisieren. „Es kann angenommen werden, dass die Händler bald die Spur der von ihnen weitergegebenen Geräte verlieren, auch wenn sie laut WEEE-Richtlinie die Verantwortung für die Entsorgung tragen.“ so Zanella nach ausführlichen Recherchen und erklärt weiter: „Der Handel mit Gebrauchtgeräten und Elektroschrott ist offenbar finanziell lukrativer als Recycling und wegen lückenhafter Kontrollsysteme in großem Ausmaß möglich“.

Nachfragen bei österreichischen Elektrohändlern bestätigten dieses Bild: Nur ein Unternehmen arbeitet mit einem zertifizierten Recyclingunternehmen zusammen. Kleinere Elektrohändler organisieren die Entsorgung selbst. Ein Computerhändler gab an, die Entsorgung der Altware durch ein weltweit agierendes Speditionsunternehmen abwickeln zu lassen. Andere Händler reagierten gar nicht auf Nachfragen – ebenso wie OnlineankäuferInnen von Elektrogeräten.

„Die Wege des Elektromülls nach Afrika sind vollkommen intransparent und werden wohl aus guten Gründen verborgen gehalten. Offensichtlich sind aber die Berge an Elektromüll, die sich dort anhäufen – deswegen müssen Regierungen, Hersteller und Handel zusammenarbeiten, um diese illegalen Exporte zu stoppen“ fordert Zanella.
Jenen, die zu einer Besserung der Missstände beitragen wollen, rät Südwind alte Elektrogeräte zu entsprechenden Sammelstellen der Gemeinden oder zu einem „ReUse“-Zentrum bringen, das für Reparatur und Wiederverwendung in Österreich sorgt.
Hintergrundinformationen zum Downloaden

http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=255554

„Nakom“ – erstmals Film aus Ghana auf der Berlinale: Das Probleme eines Sohns in die Fußstapfen des verstorbenen Vaters zu treten!

Berlinale Panorama
Erbe der Väter, Kraft der Söhne

 

Das Panorama erforscht die Macht der Familie, zeigt sensible Jungmänner und feiert 30 Jahre Teddy Award.

VON
Felicia Awinbe als Comfort und Jacob Ayanaba als Idrissu im ghanaischen Film "Nakom".

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Felicia Awinbe als Comfort und Jacob Ayanaba als Idrissu im ghanaischen Film „Nakom“.FOTO: RASQUACHÉ FILMS

Ähnlich unwillentlich gerät Idrissu (Jacob Ayanaba), der Held von Nakom, an die Stelle seines verstorbenen Vaters. Der ghanaische Medizinstudent muss aus der Stadt zurück in sein Heimatdorf, wo er nun den Patriarchen geben soll. Das widerstrebt ihm, doch er beginnt, sich um die drängendsten Probleme seiner von Ackerbau lebenden Familie zu kümmern. Dieses ruhige, eindrucksvolle Werk von Kelly Daniela Norris und TW Pittman ist der erste Film aus Ghana, der auf der Berlinale zu sehen ist.

 

Nakom Poster