Gerade in Krisenzeiten profitieren unverantwortliche Gläubiger von dem Sonderstatus überschuldeter Staaten: Wenn sich die Investitionen auszahlen, machen sie Profit. Wenn ein Land nicht mehr zahlen kann, springt der Steuerzahler ein – auch dann bleibt Profit gesichert. Ausweg: Insolvenzverfahren für Staaten

Die internationale Schuldenkrise

 

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Länderreferent: Ghana
Christoph Reichel, EMS, Vogelsangstr. 62, 70197 Stuttgart,
Tel.: 0711/6367840, Fax: 0711/6367845,
E-Mail: reichel@ems-online.org

Staaten in der Schuldenfalle
Was haben Burundi, Burkina Faso und Argentinien mit Griechenland oder Island gemeinsam? So unterschiedlich diese Länder auch sind, eins verbindet sie: Sie waren alle schon mal bankrott. Pleite waren auch schon viele andere Staaten weltweit, die ihren Schuldendienst einstellen mussten, weil kein Geld in der Staatskasse war. Trotz jahrzehntelanger Schuldenkrisen in den Entwicklungsländern wird aber erst heute von der Politik erkannt, dass es für den Umgang mit bankrotten Volkswirtschaften klare Regeln geben muss. Warum eigentlich?

Ausweg: Insolvenzverfahren für Staaten

Gerade in Krisenzeiten profitieren unverantwortliche Gläubiger von dem Sonderstatus überschuldeter Staaten: Wenn sich die Investitionen auszahlen, machen sie Profit. Wenn ein Land nicht mehr zahlen kann, springt der Steuerzahler ein – auch dann bleibt Profit gesichert. Solange der Gläubiger mit keinem Zahlungsausfall rechnen muss, sieht er nur wenig Anlass zur gründlichen Risikoprüfung und verantwortlicher Kreditvergabe. Von Steuergeldern bezahlte Rettungsschirme wie im Falle Griechenlands oder ewige Umschuldungen wie sie afrikanische Länder kennen sind keine Lösung des eigentlichen Problems, sondern verzögern und verteuern dieses nur. Das Land bleibt damit in der Schuldenspirale gefangen. Ein internationales Insolvenzverfahren bietet einen Ausweg.
Jetzt dringender denn je gebrauch: Ein faires und transparentes Schiedsverfahren für überschuldete Staaten:

– Damit die Bevölkerung des Schuldnerlandes und ihre Grundversorgung geschützt sind

– Damit die Gläubiger an den Kosten einer Schuldenkrise beteiligt werden

– Damit die Kreditvergabe verantwortungsvoller wird 

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Harvard-Studie: Schuldenkrisen erfordern tiefe Schuldenschnitte

Wenn man schon Schulden reduzieren muss, dann muss man es richtig machen. Zaghafte Umschuldungen in dem Bemühen, den Gläubigern möglichst wenig wehzutun, führten in der Vergangenheit stets zu höheren Kosten für alle Beteiligten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Ökonom/innen Carmen Reinhart von der Harvard Universität und Christoph Trebesch von der Uni München. („Sovereign debt Relief and its Aftermath“. Harvard Kennedy School June 2015)

Für erlassjahr.de ist das keine besonders überraschende Neuigkeit, aber öffentliche und private Gläubiger streuen bis heute gerne das Gerücht, zu tiefe Schnitte schlössen das betroffene Land nachhaltig vom Kapitalmarkt aus und führten zu Wachstumseinbrüchen. Reinhart/Trebesch zeigen in ihrer Untersuchung der Schuldenkrisen in den entwickelten Ländern nach dem 1. Weltkrieg und in den Schwellenändern zwischen 1978 und 2010 dass das Gegenteil richtig ist: Umschuldungen und Fristverlängerungen führten in der Regel nicht zur Wiederherstellung von Schuldentragfähigkeit. Erst die weit reichende Streichungen von Schulden z.B. unter dem Hoover-Moratorium 1931 bzw. durch den Brady-Plan nach mehrfachen nutzlosen Umschuldungsrunden unter dessen Vorgänger, dem Baker-Plan, brachten Staaten wieder auf den Wachstumspfad und versetzten sie so in die Lage, verbliebene Forderungen an ihre Gläubiger wieder verlässlich zu bedienen.

erlassjahr.de könnte hinzufügen, dass die Geschichte der Bewältigung der Schuldenkrisen in den ärmsten Ländern durch die HIPC/MDRI-Initiativen ein ähnliches Bild ergibt: Zeigen Reinhart/Trebesch, dass jedem ausreichend tiefen Schuldenschnitt unter dem Brady-Plan in den Schwellenländern im Mittel zwei unzureichende Umschuldungen vorausgegangen waren, waren dies in den ärmsten Ländern bis zu 13 vergebliche Umschuldungsrunden im Pariser Club.

In ihrer Z/usammenfassung schreiben Reinhart/Trebesch, dass die Erfahrungen der 20er/30er bzw. der 80er /90er Jahre eine starke Botschaft an die laufenden Prozesse zur Bewältigung der Schuldenkrisen in Griechenland und er Ukraine beinhalten. Das tun sie ohne Zweifel. Bis jetzt haben die Gläubiger der beiden Länder diese leider noch nicht zur Kenntnis genommen.

http://www.erlassjahr-blog.de/blog/2015/11/05/harvard-studie-schuldenkrisen-erfordern-tiefe-schuldenschnitte

Die faktische Pleite von Staaten in der Eurozone hat ein Thema vor unserer Haustür ankommen lassen, das die letzten drei Jahrzehnte als ein Problem der sogenannten „Entwicklungsländer“ angesehen worden war

Willkommen zu Geschichten der Schuldenkrise!

Schon lange ist in der deutschen Öffentlichkeit nicht mehr so intensiv von der Überschuldung von Staaten die Rede gewesen wie im Jahr 2012.

Die faktische Pleite von Staaten in der Eurozone hat ein Thema vor unserer Haustür ankommen lassen, das die letzten drei Jahrzehnte als ein Problem der sogenannten „Entwicklungsländer“ angesehen worden war: Im August 2012 jährte sich die Zahlungseinstellung Mexikos – und damit das Ereignis, das man als Beginn der modernen Staatsschuldenkrise bezeichnen kann – zum 30. Mal. Damals folgten auf diese Staatspleite viele weitere Länder – vor allem in Südamerika, spä- ter aber auch in Afrika und Asien. Die Überschuldung von Staaten ist kein abstraktes Phänomen, auch wenn es vielen Bürgerinnen und Bürgern betroffener Staaten als etwas Fernes, nicht Beeinflussbares erscheint. Unter den Auswirkungen von Schuldenkrisen und den damit verbundenen (Spar-) Zwängen für eine Regierung leiden diejenigen am meisten, die durch Armut und fehlende soziale Absicherung ohnehin zu den verwundbaren Bevölkerungsgruppen gehören. Deswegen ist der Zusammenhang zwischen Schulden und Armut ein wichtiges Thema der Ausstellung. Die Ausstellung ist keine wissenschaftlich erschöpfende Abhandlung. Vielmehr will Sie durch die nähere Betrachtung einzelner Ereignisse systemische Zusammenhänge sichtbar machen. Wenn es in den ausgewählten Länderbeispielen um Peru oder Bolivien geht, heißt das darum nicht, dass diese Länder Einzelfälle waren. Im Gegenteil: Wir haben diese Fälle stellvertretend für viele weitere Länder ausgewählt, die in den Sog der Schuldenkrise geraten sind. Diese Broschüre soll Sie auf Ihrem Rundgang durch die Ausstellung begleiten. Sie enthält einige zusätzliche Informationen zu jedem der Module. Wenn Sie (noch) mehr wissen wollen, bieten auch die kleinen QR-Codes auf jedem Modul, die Möglichkeit, mit einem Smartphone direkt weitere Informationen, Texte, Bilder und Weblinks abzurufen. Natürlich erreichen Sie dieses Webangebot auch bequem vom heimischen PC aus, und zwar über http://www.erlassjahr.de. Wir haben uns bemüht, Insider-Sprache zu vermeiden. Wenn uns das nicht immer gelungen ist, wird das Glossar in der Anlage dieser Broschüre Ihnen hoffentlich weiterhelfen können. Für weitergehende Informationen können Sie natürlich auch jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen. Eine Möglichkeit dazu finden Sie am Ende der Broschüre. Dort haben wir Ihnen ein Kontaktformular eingefügt, das Sie einfach an uns senden oder in der Ausstellung abgegeben können. Schulden sind kein Schicksal, das unabänderlich über die Völker hereinbricht, sondern Ausdruck von Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Die Ausstellung enthält Geschichten, Erfahrungen und Ideen, dass und wie diese Verhältnisse verändert werden können. Ihr Engagement und Ihr größerer oder kleinerer Beitrag werden dazu dringend gebraucht.

erlassjahr.de

http://www.erlassjahr.de/cms/upload/2012/Ausstellung/Begleitbroschuere_Ausstellung_web.pdf

Vielen Staaten im Globalen Süden drohen Schuldenkrisen. Die betroffenen Länder stehen dann vor den gleichen Herausforderungen wie überschuldete Staaten in den 1980er Jahren oder Griechenland heute. Wie die Schuldner und Gläubiger auf die Gefahr reagieren, zeigt der Schuldenreport 2015.

Der Schuldenreport ist seit 2009 ein gemeinsames Projekt des deutschen Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de und der Kindernothilfe. Er erscheint einmal jährlich und bietet eine Übersicht über die Situation verschuldeter Entwicklungs- und Schwellenländer weltweit sowie Beiträge von Expertinnen und Experten zu den verschiedenen Aspekten des Themas.

Schuldenreport 2015

http://www.erlassjahr.de/cms/upload/2015/Schuldenreport_2015/Schuldenreport_2015.pdf

1. Ghana

Allgemeines zur Wirtschaft Ghanas Ghana kommt eine Vorreiterrolle für die Länder Subsahara-Afrikas zu, da das Land über eine stabile

2. Neue Schuldenkrisen: das Beispiel Subsahara-Afrika

5a – Krise gelöst?  Die westlichen Gläubiger sind überzeugt, sie hätten das Entschuldungsproblem der ärmsten Ländern mit den Entschuldungs-initiativen HIPC/MDRI

3. Bericht zur Fachtagung: „Subsahara-Afrika: Rückkehr der Schuldenkrise?“

Etwa 50 Interessierte trafen sich am 8. Oktober in den Räumen von Brot für die Welt, um über die drohenden neuen Schuldenkrisen in Subsahara-Afrika zu beraten. Dabei stand die Frage

4. erlassjahr.de – Fachinformation 17: Schuldenerlass: Auswirkungen und Herausforderungen inGhana

Das Fachinfo „Schuldenerlass: Auswirkungen und Herausforderungen in Ghana“ analysiert im Rahmen einer Fallstudie einige der Auswirkungen und die Hauptherausforderungen für

5. erlassjahr.de – Fachinformation 1: HIPC in Ghana

7 Seiten; Themen: G7-Finanzministertreffen Anfang Februar 2005 in London und was mit der Entschuldungsinitiative HIPC möglich ist: eine Länderanalyse zu Ghana. Download der

6. Der Bock als Gärtner: Zur Rolle von IWF und Weltbank als Gutachter im Entschuldungsprozess

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sind nicht nur wichtige Geldgeber und damit Gläubiger vieler Länder des Südens. Sie spielen neben dieser eine zweite

7. Der Bock als Gärtner: Zur Rolle von IWF und Weltbank als Gutachter im Entschuldungsprozess

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sind nicht nur wichtige Geldgeber und damit Gläubiger vieler Länder des Südens. Sie spielen neben dieser eine zweite

8. Länderinfos: Hintergrundmaterialien und Arbeitshilfen für Interessierte mit oder ohne Länderpartnerschaft

Unsere Recherchen der offiziellen Quellen (Berichte der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds) bringen interessante Tatsachen ans Licht! Im Rahmen eines umfassenden

12. Analyse des G7-Kompromisses zum Schuldenerlass

Sechs Jahre nach dem Kölner Gipfel, bei dem es letztmalig Bewegung in der Schuldenproblematik gab, haben sich die G7-Finanzminister am 10. Juni auf einen Kompromiss in Sachen Schuldenerlass

13. Länderreferenten

Argentinien Dr. Alicia Rivero, consult-ar, Postfach 190134, 53037 Bonn Tel: 0160-93 53 48 52, Fax: 0721 15 28 705 E-Mail: arivero@consult-ar.de,

15. Vertiefende Informationen über HIPC und MDRI

———————————————————————————————— Fachinformation 10 – „Mehr scheinen als sein – die HIPC Initiative Ende 2006“ Die

16. Studientag zu Private Public Partnerships in Berlin

Foto: tumsasedgars/Shutterstock.com Die Risiken und Chancen von öffentlich-privaten Partnerschaften (Public Private Partnerships, PPP) sind Thema eines am 15. Dezember in den Räumen der

17. Unsere Mitträger PLZ 60000

60311 FrankfurtPartnerschaftsausschuss Ghana (MT-0765) 60318 Frankfurt/MainKath. Erwachsenenbildung Main-Taunus und Hochtaunus (MT-0965) 60320 FrankfurtEv. franz.-ref.Gemeinde

18. Schuldenreport 2015: Neue Schuldenkrisen drohen

(Berlin, 27.04.2015) Vielen Staaten im Globalen Süden drohen Schuldenkrisen. Die betroffenen Länder stehen dann vor den gleichen Herausforderungen wie überschuldete Staaten in den

19. Entschuldungskurier 2015 erschienen

Der Entschuldungskurier 2015 ist erschienen. Die 16. Ausgabe der jährlichen Publikation hält Mitträger und Interessierte über die Aktivitäten des Bündnisses auf dem

20. Aktiv werden: erlassjahr.de

10a – erlassjahr.de erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e. V. ist das deutsche Entschuldungsbündnis mit über 600 Mitträgerorganisationen in ganz Deutschland, darunter

21. Willkommen zu „Geschichten der Schuldenkrise“!

Die Überschuldung von Staaten erscheint uns oft als etwas Fernes und nicht Beeinflussbares. Aber Schulden sind kein Schicksal, das unabänderlich über Völker hereinbricht, sondern

22. Simbabwe: Für eine umfassende Überprüfung der Auslandsschulden

Nach einer langen Zeit des wirtschaftlichen Chaos und sozialer Ungleichheit gibt es seit der Formierung der Koalitionsregierung wieder Hoffnung in Simbabwe. In den nächsten 12 Monaten

23. Schuldenquartett

Wer hat weniger Auslandsschulden: Ecuador oder die Türkei? Und ist die Lebenserwartung in Ghanahöher als in Bangladesh? Das Schuldenquartett zeigt’s auf

24. Südafrikanische Botschaft nimmt Unterstützung der deutschen Zivilgesellschaft entgegen

V.l.n.r.: Wolfgang Schonecke (Netzwerk Afrika Deutschland), Boniface Komba (Tanzanian Coalition on Debt and Development), Horst Brammer (Gesandter der Republik Südafrika), Kristina Rehbein

25. Geierfonds

6a – Geierfonds Der Begriff Geierfonds ist eine abwertende Bezeichnung für Investmentfonds, die Forderungen an Staaten in Zahlungsschwierigkeiten billig aufkaufen. Hat sich der Staat

 

Nkrumas entwicklungspolitische Ziele

Industrialisierung mit dem Geld der Kleinbauern

Kwame Nkrumah führte Ghana 1957 in die Unabhängigkeit und prägte als Premierminister und später als Staatspräsident viele Jahre die Politik seines Landes. Sein Denken und seine entwicklungsstrategischen Überlegungen haben eine ganze Generation von Intellektuellen in Afrika beeinflusst. Sie dürfen jedoch nicht losgelöst von seinem politischen Handeln betrachtet werden.
30. Juli 2009

Nkrumah wird 1909 in Nkroful im äußersten Westen der damaligen britischen Kolonie Goldküste geboren. Er gehört der Volksgruppe der Nzima an, eine kleine Minderheit unter den vielen Völkern des Landes. Nkrumah besucht die koloniale Eliteschule in Achimota bei Accra und lernt dort westliche Wissenschaft und Philosophie kennen. In Achimota, so schreibt er später in seiner Autobiographie, sei erstmals ein Gefühl des Nationalismus in ihm erwacht. 1935 geht er mit Unterstützung eines reichen Verwandten in die USA. Dort absolviert er Studien in Volkswirtschaftslehre, Theologie, Pädagogik und Philosophie. und kommt er mit panafrikanischem, marxistischem und trotzkistischem Gedankengut in Berührung.

1945 geht Nkrumah nach London – ursprünglich, um an der dortigen School of Economics zu studieren. In den Zirkeln afrikanischer Studenten und Akademiker lernt er jedoch den Panafrikanisten George Padmore kennen und wird zum Organisationssekretär des 5. Panafrikanischen Kongresses in Manchester. Zwei Jahre später wird er zum Generalsekretär der neu gegründeten „United Gold Coast Convention Party“ berufen und kehrt in seine Heimat zurück. Im Anschluss an Unruhen in Accra wird er verhaftet. Nach seiner Freilassung wird er zum landesweit bekannten Volkshelden und gründet die radikalere „Convention People’s Party“, die mit ihrer Forderung nach Autonomie Bauern, Marktfrauen, Kriegsveteranen und Gewerkschafter hinter sich sammelt. Die Partei wird bei den Parlamentswahlen 1951 stärkste politische Kraft, Nkrumah im März 1952 Premierminister der Kronkolonie Goldküste. Am Tag der Unabhängigkeit, dem 6. März 1957, gibt er ihr den Namen des historischen Königreichs Ghana. 1960 vollzieht Nkrumah die Umwandlung des Landes in eine Republik und lässt sich zum Präsidenten wählen. Dies sollte die letzte demokratische Wahl in seiner Ära sein. Von seinen Anhängern lässt er sich als „Osagyefo“ („Erlöser“) feiern.

AUTOR

Einhard Schmidt-Kallert

Einhard Schmidt-Kallert war bis 2014 Leiter des Fachgebiets Raumplanung in Entwicklungsländern der TU Dortmund.

Zugleich macht er aus Ghanas liberal-demokratischem politischen System einen Einparteienstaat. Nkrumah schränkt die Rechte der Bürger und der Gewerkschaften ein, mit Repressionen hält er seine politischen Gegner in Schach. Im Februar 1966 – Nkrumah sitzt im Flugzeug nach Hanoi, um „den Vietnamkrieg zu beenden“, wie er in typischer Selbstüberschätzung formuliert hat – wird seine Präsidentschaft von einem vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA unterstützten Militärputsch hinweggefegt. Er verbringt den Rest seines Lebens im Exil in Guinea als Gast des Präsidenten Sékou Touré und stirbt 1972 in Bukarest.

Nkrumah war vor allem Politiker, ein charismatischer Führer in der Phase der Dekolonisation Afrikas. Aber gehört sein Name in die Galerie der Entwicklungsdenker? Er selbst verstand sich auch als Philosoph, vielleicht als einen der ersten Afrikas. In der Tat hat er eine Reihe von Büchern verfasst, mit denen er seinen Namen als Theoretiker begründen wollte. Seine Schriften müssen jedoch in Zusammenhang mit seinem politischen Wirken gesehen werden. Seine „Hauptwerke“ wurden veröffentlicht, als er längst eine zentrale Figur auf der politischen Bühne seines Landes war beziehungsweise bereits im Exil lebte. Sie liefern zum Teil den ideologischen Überbau für die Tagespolitik, zum Teil sind sie als Rechtfertigung für seine politischen Prioritäten und Entscheidungen in bestimmten Situationen zu interpretieren.

Die zentralen Werke Nkrumahs sind seine Autobiographie, der 1965 erstmals erschienene Band „Consciencism“, den er selbst als die Zusammenfassung seiner philosophischen Positionen sah, sowie die Schrift „Africa Must Unite“, in der er 1963 sein Programm für die Einheit des Kontinents formulierte. Seine Autobiographie, die im Jahr der Unabhängigkeit Ghanas veröffentlicht wurde, ist ein Akt der Selbstinszenierung und der Neuinterpretation der Umwelteinflüsse, die ihn geprägt haben. In seinen Schilderungen der Verhältnisse in seinem Heimatdorf spricht er nur selten von den Traditionen der Nzima (wie es ethnographisch korrekt wäre), häufiger von den Akan-Völkern und am liebsten gleich von „afrikanischen Traditionen“. Indem er die Bedeutung der Stammeszugehörigkeit herunterspielt, deutet er sein künftiges politisches Programm an. Polemisch geht er mit den von den Briten seit den 1920er Jahren besonders protegierten traditionellen afrikanischen Führern, den Chiefs, und seinen politischen Gegnern in Aschanti, aber auch allen modernisierungsfeindlichen Kräften im Lande ins Gericht. Er stellt sich auf den Boden der parlamentarischen Demokratie nach britischem Muster, schreibt von einer sozialistischen Zukunft für Ghana, wirbt aber zugleich um Investitionen aus dem westlichen Ausland.

David Apter hat in seiner Studie “Ghana in Transition“ den Weg des afrikanischen Landes von einer von Stämmen geprägten Kolonie zu einem modernen, demokratischen Staat nachzuzeichnen versucht. Dafür mussten ihm zufolge vier verschiedene Traditionen gebündelt werden: der Panafrikanismus; die afrikanische Tradition, symbolisiert in Riten und Chiefs als Personen und Machtfaktoren; und sozialistische sowie liberal-demokratische Traditionen. Genau auf diese Weise ging Nkrumah vor. Er nahm den Chiefs in der maßgeblich von ihm mitgestalteten Verfassung von 1954 ihre politische Rolle, knüpfte aber an ihre Traditionen an, indem er sich selbst mit der Aura eines neuen obersten Herrschers umgab.

Mit seiner Schrift „Consciencism“ wollte Nkrumah seinen Ruhm als Philosoph und Theoretiker begründen – just zu dem Zeitpunkt, als die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen seiner Regierung das Land in die größte ökonomische und politische Krise seit der Unabhängigkeit geführt hatten. Neben einer breiten Rezeption griechischer, deutscher und französischer Philosophie entwickelt er eine Linie von der traditionellen, kommunalistisch geprägten afrikanischen Gesellschaft über Kolonialismus und Neokolonialismus bis zu einer künftigen sozialistischen Gesellschaft.

Laut Nkrumah beruhte die traditionelle afrikanische Gesellschaft auf völliger Gleichheit, Klassengegensätze und Klassenkämpfe habe es nicht gegeben. Erst in der Berührung Afrikas mit den Kolonialmächten sei es zur Entstehung von Klassen gekommen. Seine Zukunftsvision ist eine sozialistische Gesellschaft auf nationaler Ebene, ja für den ganzen Kontinent. Doch zunächst müssten Kolonialismus und Neokolonialismus bekämpft werden. Allerdings werde die neue Gesellschaft „vom Kolonialismus die Elemente übernehmen, die den Interessen der Bevölkerung entsprechend angepasst werden können, wie industrielle Produktion und Wirtschaftsorganisation“.

Rainer Tetzlaff hat schon vor Jahren kritisiert, der „Nkrumahismus“ und insbesondere die Schrift „Consciencism“ seien ohne funktionalen Wert für Ghanas Entwicklung gewesen. Natürlich muss sich Nkrumah daran messen lassen, wie weit seine Philosophie Leitbild für die reale Entwicklung des Landes geworden ist. Schließlich war er Präsident und kein Theoretiker im Elfenbeinturm. Doch die ideologischen Eckpunkte, die Nkrumah in seinen theoretischen Schriften formuliert hat, standen durchaus in Beziehung zu seiner konkreten Politik, gerade auch zu seinen Fehleinschätzungen. Sein ideologisches Konstrukt einer einheitlichen, nahezu konfliktfreien vorkolonialen Kultur in Afrika, das Ignorieren der ethnischen Identitäten und Gegensätze, aber auch sein Glaube an technisch- naturwissenschaftlichen Fortschritt westlicher Prägung und an die Bedeutung von Bildung haben seine Wirtschaftspolitik bestimmt. Schon in der Zeit der inneren Selbstverwaltung hatte Nkrumah auf die Gründung von Universitäten und auf Industrialisierung gesetzt. Nach der Unabhängigkeit gewann die strategische Entwicklungsplanung für seine Regierung noch größere Bedeutung.

Um den Zweiten Fünf-Jahres-Entwicklungsplan auszuarbeiten, holte Nkrumah den renommierten Entwicklungsökonomen und späteren Nobelpreisträger Arthur Lewis ins Land. Leitgedanken des Planes waren Industrialisierung und Modernisierung der Gesellschaft. Die ländliche Entwicklung wurde sträflich vernachlässigt, obwohl die Kakaobauern mit ihren Exporterlösen die Hauptfinanzierungsquelle des gesamten Planes waren. Die Förderung der Landwirtschaft war für Nkrumahs Planer nur in Form von Großfarmen vorstellbar, der kleinbäuerliche Sektor blieb unbeachtet. Wie erst nach Lewis Tod bekannt wurde, warnte er Nkrumah vor den wirtschaftlichen Gefahren der industriellen Großprojekte. Darin, dass man Ghanas Entwicklung über die Abschöpfung der Weltmarkterlöse der Kakaobauern finanzieren müsse, stimmte Lewis aber mit Nkrumah überein.

Das größte Prestigeprojekt war der Bau des Volta-Stausees zur Erzeugung von Wasserkraft. Der Plan stammte noch aus der Kolonialzeit. Das historische Paradox ist, dass Nkrumah als glühender Nationalist und Antiimperialist dieses Projekt übernahm und beschleunigt umsetzte – zu extrem ungünstigen Konditionen. Ghana musste hohe Kredite aufnehmen, die Staatsverschuldung wuchs ebenso wie die Abgabenlast für die Kakaobauern – alles Ursachen für Nkrumahs späteren Sturz. 78.000 Menschen wurden innerhalb kürzester Zeit ohne Rücksicht auf ihre ethnische Zugehörigkeit umgesiedelt; ein Ausfluss von Nkrumahs Vorstellung, dass das neue Ghana ethnische Identitäten ignorieren könne. Im Januar 1966 schaltete Nkrumah offiziell den ersten Generator des Kraftwerks an. Wenige Wochen später wurde er gestürzt. Für Ghana folgte eine Periode beispiellosen wirtschaftlichen Niedergangs.

Bleibt die dritte wegweisende Schrift „Africa Must Unite“. Die politische Einheit Afrikas war für ihn stets ein vorrangiges Ziel. Kurz nach der Unabhängigkeit richtete er in Accra die „All-African Peoples Conference“ aus. 1961 schloss sich Ghana mit Guinea und Mali zu der – allerdings kurzlebigen – Konföderation „Union of African States“ zusammen. Ghana war auch an den Vorbereitungen zur Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) in Addis Abeba 1963 beteiligt. „Africa Must Unite“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Schaffung einer staatlichen Einheit für ganz Afrika in der Form einer Föderation mit relativ konkreten verfassungsrechtlichen Überlegungen. „Für uns ist Afrika mitsamt seinen Inseln ein einziges Afrika. Wir verwerfen jeden Gedanken an irgendeine Art der Teilung des Kontinents.“ Das klang dann schon wie ein Vermächtnis, auch wenn der Autor noch im Amt war, als das Buch veröffentlicht wurde.

Über viele Jahre war Nkrumah außerhalb seiner Heimat, bei Intellektuellen in anderen afrikanischen Ländern, populärer als in Ghana. Im vergangenen Jahrzehnt ist er auch dort wieder entdeckt worden. Sicher: Seine Wirtschaftspolitik endete im Desaster, und seine theoretischen Schriften sind eine eklektische Mischung aus europäischer Philosophie und vereinfachender Interpretation der afrikanischen Realität. Außerdem waren ihm sein Personenkult und seine Überheblichkeit im Weg. Aber Nkrumah ist es gelungen, Menschen unterschiedlicher Herkunft, ohne Ansehen der ethnischen Zugehörigkeit, für seine Politik zu mobilisieren. Er hat damit zur Entwicklung einer nationalen Identität in Ghana beigetragen. Und er hat Menschen auf dem ganzen Kontinent für den Panafrikanismus begeistern können. Wenn daraus in Zukunft multiple Identitäten wachsen können, also ein Nationalstolz, ohne ethnische Identitäten zu leugnen, dann hätte er eine wichtige Rolle in der postkolonialen Transformation gespielt.

https://www.welt-sichten.org/artikel/3618/industrialisierung-mit-dem-geld-der-kleinbauern

Zurück in der Kreditfalle: 2011 erreichte Ghanas Wachstum mit 14 Prozent die höchste Rate weltweit. Im Vertrauen auf dieses Wachstum konnte Ghana in großem Stile neue Kredite aufnehmen, um bestehenden Entwicklungsherausforderungen zu begegnen. Extern sind die Weltmarktpreise für wichtige Exportgüter wie Gold und Öl gefallen, und das reduziert die Deviseneinahmen, die Ghana braucht, um Auslandskredite zu bedienen. Zugleich steigen die Preise wichtiger Importgüter. Lebensmittel und Treibstoff werden importiert, denn im Land wird nicht genug produziert. Dazu haben Billigexporte von Lebensmitteln aus der EU beigetragen, die heimische Anbieter verdrängt haben. Die Schulden- und Finanzkrise Ghanas hat mittlerweile das ganze Land erfasst. Heimische Banken stecken in einer Liquiditätskrise. Bis heute gibt es keine verlässlichen und geordneten Verfahren zur Lösung von Staatschuldenkrisen. Entwicklungs- und Schwellenländer wollten diese Lücke der internationalen Finanzarchitektur schließen und forderten in der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Schaffung eines rechtlichen Rahmenwerks. Sie setzten sich aber nicht durch. Deutschland gehörte zu den wenigen Ländern, die sowohl gegen das Rahmenwerk als auch die Prinzipien stimmten.

Zurück in der Kreditfalle

04.11.2015 – von Clara Osei-Boateng, Kristina Rehbein

Meinung

Fallende Goldpreise belasten Ghana.

Fallende Goldpreise belasten Ghana.

Ghana galt lange als Beispiel für erfolgreiche Entwicklung nach dem multilateralen Schuldenerlass der HIPC-Initiative. Zehn Jahre danach wachsen die Probleme aber wieder. Die Weltgemeinschaft braucht Regeln, um Schuldenkrisen zu lösen.

2004 wurde Ghanas untragbar hohe Verschuldung im Rahmen der multilateralen HIPC-Initiative halbiert. Das Kürzel steht für „highly indebted poor countries“, die Entschuldungsinitiative wurde beim Kölner G7-Gipfel 1999 beschlossen. Freigewordene Mittel wurden in Armutsbekämpfung investiert. Die Armut konnte in Ghana im Vergleich zu den 1990er Jahren bald halbiert werden.

Leider ist das Land heute erneut kritisch verschuldet. Die Entwicklung verlief zunächst vielversprechend. 2007 konnte der westafrikanische Staat öffentliche Anleihen an den internationalen Kapitalmärkten platzieren. Die Seychellen waren der einzige andere Staat südlich der Sahara, dem das gelang. Ghana schien Investoren unter anderem wegen der Entdeckung des Jubilee-Ölfelds vor der Küste attraktiv. 2011 erreichte Ghanas Wachstum mit 14 Prozent die höchste Rate weltweit. Im Vertrauen auf dieses Wachstum konnte Ghana in großem Stile neue Kredite aufnehmen, um bestehenden Entwicklungsherausforderungen zu begegnen.

Das rächt sich nun. Die öffentlichen Schulden betragen rund 71 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – fast wie vor HIPC.

Dass es soweit gekommen ist, hat interne und externe Gründe. Intern sind hohe Lohnkosten im öffentlichen Dienst zu nennen, denn eine neue Entgeltstruktur hat sie seit der Jahrtausendwende um das Dreifache steigen lassen. Vor den Wahlen wurden zudem übermäßige Ausgaben getätigt, die das Defizit anschwellen ließen.

Extern sind die Weltmarktpreise für wichtige Exportgüter wie Gold und Öl gefallen, und das reduziert die Deviseneinahmen, die Ghana braucht, um Auslandskredite zu bedienen. Zugleich steigen die Preise wichtiger Importgüter. Lebensmittel und Treibstoff werden importiert, denn im Land wird nicht genug produziert. Dazu haben Billigexporte von Lebensmitteln aus der EU beigetragen, die heimische Anbieter verdrängt haben.

Wertmäßig übersteigt die Wareneinfuhr nun die Warenausfuhr. Zudem ist der Kurs der nationalen Währung Cedi gesunken, was den Schuldendienst in Dollar teurer macht. Wenn die Schuldenkrise zu weiterer Abwertung führt, droht ein Teufelskreis.

Ghanas Regierung setzt weiter auf Kredite. Sie will neue Staatsanleihen emittieren, um die alten Schulden abzutragen. Der Haken an der Sache ist, dass sie nun höhere Zinsen zahlen muss, denn die Anleger beobachten die Lage.

Die Schulden- und Finanzkrise Ghanas hat mittlerweile das ganze Land erfasst. Heimische Banken stecken in einer Liquiditätskrise. Sie geben Privatunternehmen allenfalls noch zu sehr hohen Zinsen Darlehen. Folglich werden kaum noch privatwirtschaftliche Investitionen getätigt. Die Wirtschaft schrumpft, Arbeitsplätze werden gestrichen, und wegen der schwachen Währung steigen die Lebenshaltungskosten. Die Bevölkerung spürt die Krise bereits.

Für zivilgesellschaftliche Organisationen wie SEND-Ghana ist die Verschuldung jetzt wieder ein Thema. Sie fordern von der Regierung mehr Rechenschaft und Transparenz. Sie stört, dass Geld aus Ghana abfließt, denn dieser Trend wird es unmöglich machen, die kürzlich beschlossenen Sustainable Development Goals der UN zu erreichen.

HIPC war eine einmalige Initiative. Bis heute gibt es keine verlässlichen und geordneten Verfahren zur Lösung von Staatschuldenkrisen. Entwicklungs- und Schwellenländer wollten diese Lücke der internationalen Finanzarchitektur schließen und forderten in der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Schaffung eines rechtlichen Rahmenwerks. Sie setzten sich aber nicht durch.

Immerhin beschloss der Gipfel aber Prinzipien für eine effizientere Lösung von Schuldenkrisen. Deutschland gehörte zu den wenigen Ländern, die sowohl gegen das Rahmenwerk als auch die Prinzipien stimmten. Dieser Kurs ist gefährlich, denn wir brauchen internationale Kooperation. Sonst werden Schuldenkrisen wie die in Ghana wieder über Jahre hinweg verschleppt, und die Bevölkerung verarmt.

 

Clara Osei-Boateng arbeitet für die zivilgesellschaftliche Organisation SEND-Ghana / SEND-West Africa.
http://www.sendwestafrica.org/

Kristina Rehbein ist politische Referentin beim ökumenischen Netzwerk erlassjahr.de.
k.rehbein@erlassjahr.de

Ghanas Niedergang in den 80er Jahren

Ghana 1984 – in die vorindustrielle Zeit zurückgefallen

Rette sich, wer kann …

Im Sommer 1984 machte ich eine Reise durch Togo, Ghana und Obervolta/Burkina Faso. In Ghana erlebte ich eine brutale Ausnahmesituation. Ausländer waren damals so gut wie keine im Land; ich selbst gelangte mit Hilfe zweier Freunde und Entwicklungshelfer hinein, mit denen ich die Verwandten der afrikanischen Frau des einen besuchte.

Das Land hatte seit der Unabhängigkeit 1957 einen stetigen Niedergang erlebt. Der Fliegerleutnant Jerry Rawlings hatte 1981 geputscht und mit seinem revolutionären Pathos zusätzliches Misstrauen der westlichen Länder erweckt. Die seit 1983 wieder vereinbarte „Hilfe“ internationaler Finanzorganisationen hatte noch nicht gegriffen. Das Land musste sich auch von einer katastrophalen Dürre noch erholen. Es lief kaum etwas; meist gab es keinen Strom, riesige Hotels, die leer standen und verfielen, besaßen kaum Glühbirnen, die hätten brennen können, wenn es doch einmal Strom gab und ein Gast sich ins Hotel verirrte. Von der Masse des Volkes ganz zu schweigen; auch Großstädte lagen Nachts im Dunkeln. An Landstraßen hingen Drähte von Strom- oder Telefonmasten zerrissen auf der Erde. An den Zapfsäulen der Tankstellen warteten Hunderte von Metern lange Schlangen. Da der Sprit – wenn einmal gerade vorhanden – nur an bestimmten Tagen an entweder gerade oder ungerade Autonummern ausgegeben wurde, stellten Angehörige der Mittelklasse ein Fahrzeug mit passender Nummer in die Schlange, während das andere, sofern es betankt war, fuhr. Straßen – billige Hilfsprojekte von Industrieländern – besaßen oft nur hauchdünne Teerdecken, die von Schlaglöchern übersät waren und von der Natur zurückerobert wurden. Ghana ist seit 1966 von einem Stausee durchschnitten, der die Länge von 2/3 des Landes hat. Er hatte in besseren Zeiten derStromerzeugung gedient. Vielleicht wurde auch 1984 noch etwas produziert. Den See mit Fahrzeugen zu überqueren war, als wir ankamen, aber nicht mehr möglich, weil die Fähren defekt waren und die Ersatzteile aus dem Ausland wegen der Zahlungsunfähigkeit des Landes nicht mehr kamen. Um auf die andere Seite des Sees, also in den anderen Landesteil zu kommen, hätte z. B. ein LKW unter Umständen Umwege von Hunderten von Kilometern über Schlaglochpisten fahren müssen – die LKWs waren oft in gotterbärmlichem Zustand. Das Land glich einem Museum. Es standen Fahrzeuge, Maschinen, elektrische Geräte und anderes herum, sie liefen aber meistens nicht.

Ghana war in eine Art Naturzustand zurückgeworfen. Auf dem Land arbeitete, aß, wohnte man wie 100 Jahre früher – nur dass ein Vielfaches an Bevölkerung vorhanden war. Ärmere Leute ernährten sich von einer Handvoll Fufu, einer kartoffelbreiartiger Masse, die es, in ein grünes Blatt eingewickelt, auch am Straßenrand zu kaufen gab. Dass Brennholz viele Meilen weit auf dem Kopf herbeigetragen werden musste, war freilich auch in den Nachbarländern zu sehen.

Ein Massenexodus nach Nigeria und andere benachbarte Länder hatte stattgefunden. Einmal hat Nigeria von heut‘ auf morgen eine Million Ghanaer ausgewiesen. Die Grenzen waren recht durchlässig; nahe der Großstadt Lomé (Togo) überschritten Hunderte von Fußgängern mit Einkaufskorb usw. täglich die Grenze. Kaum ein gewöhnlicher Mensch war dort im Besitz von Papieren – es ging für Einheimische ohne. Da die Grenzen willkürlich Stammesgebiete durchschneiden, wohnen hüben und drüben Verwandte, die niemand hindern konnte, zusammenzukommen.

Ein Tagelöhner verdiente ungefähr 500 Cedis im Monat. Ein Essen nach europäischem Standart kostete 300 Cedis, eine Handvoll Fufu 25. Eine Dose Schuhwichse 200, ein Schaf 2000 Cedis. Um sich eine Flugkarte nach Europa zu kaufen, hätte ein Tagelöhner sein ganzes Leben lang nur dafür arbeiten können – er hätte es nicht geschafft.

Rette sich, wer kann …

Während dieser Krise setzte auch ein Flüchtlingsstrom nach Europa ein, in Deutschland namentlich nach Westberlin. Junge Leute aus „wohlhabenden“ Schichten, die im Land keine Perspektive mehr sahen, reisten über den DDR-Flughafen Schönefeld nach Westberlin ein und beantragten meist politisches Asyl. Sie mussten für diese Reise ein – nach ghanaischen Maßstäben – mittelständisches Vermögen aufbringen. Da kaum einer anerkannt wurde, wurden sie nach wenigen Jahren wieder abgeschoben. Wenn es in dieser Zeit gelang, eine Schrottlaube zu erwerben und die Kosten für einen Transfer des Autos nach Ghana aufzubringen, galt der Aufenthalt in Deutschland als, wenn nicht erfolgreich, so doch auch nicht als Verlust. Wenn noch eine Stereoanlage mitgenommen werden konnte, war man hoch im Plus. Wer der Abschiebung durch eine Heirat mit Deutschen entgehen konnte, konnte natürlich zu mehr kommen. Soweit weiß ich es vom ghanaischen Freunden in Berlin, wo ich bis 86 wohnte.

Es kam damals auch zur Überschwemmung des Rotlichtmilieus durch ghanaische Frauen. Landsleute in Berlin schickten den Frauen (und auch Männern) das Flugticket – jetzt konnten auch ärmere kommen. Die Neuankömmlinge mussten die ausgehandelte Summe für die „Fluchthilfe“ nun abarbeiten und an den Mittelsmann und oft Zuhälter auszahlen.

In der taz vom 19.9.1985 berichteten Hildegard Meier und Helga Lukoschat aus Westberlin:

„Im Winter 84/85 kamen hier jede Woche 50 bis 100 Frauen aus Ghana an. (…) Ende der 70er Jahre hielten sich 62 Ghanaerinnen in Berlin auf, im Zeitraum 80/85 stieg ihre Zahl auf 800 an! Wieviele der Frauen, die in den letzten Jahren einreisten, von vorneherein zur Prostitution bestimmt waren oder hierzu veranlaßt wurden, läßt sich mit keiner Zahl belegen. Vielzusehr liegt der gesamte Bereich im eleganten Halbdunkel, als daß sich eine vollständge Statistik darüber führen ließe. 1984 waren der Berliner Polizei jedenfalls 150 ghanaische Frauen als Prostituierte bekannt.“

Die Frauen mussten als Illegale im Untergrund leben oder Deutsche heiraten, um bleiben zu können. „Der üblichste Weg scheint jedoch zu sein, den Frauen ’nahezulegen‘, einen Antrag auf politisches Asyl zu stellen. (…) Es bleibt den Frauen nichts anderes übrig, als den Anweisungen ihrer Kontaktpersonen, die vor den Behörden als Dolmetscher oder als vermeintliche oder wirkliche Angehörige auftreten, Folge zu leisten. Wird der Antrag nicht gleich als unbeachtlich gewertet und die Ausreise angeordnet, erfolgt nach zwei bis drei Monaten die ‚Verteilung‘ auf die westdeutschen Bundesländer. (…) Laut Statistik erhalten nur ein Prozent aller Ghanaischen Asylbewerberinnen die offizielle Anerkennung als politisch Verfolgte, 1984 war es von 1.403 Bewerbern/innen nur einer.“

Am Geschäft mit den Ghanaerinnen verdienten auch Deutsche kräftig:

„Ein Großteil des Geldes, das die Frauen erarbeiten, dürfte im allgemeinen in die Taschen der Zuhälter, Clubbesitzer, Wohnungsvermieter fließen, für Honorare, Schmiergelder und die Rückzahlung der Schulden. Viel kann es nach unseren Maßstäben nicht sein, was sie mit zurücknehmen können. Trotzdem ist es oft ausreichend, sich in Ghana eine materiell gesicherte Existenz aufzubauen. (…) In Ghana setzt sich die Vorstellung, in Deutschland ‚auf einfachem Wege‘ zu Wohlstand zu kommen, immer weiter fort.“

Mitglieder der Alternativen Liste Berlin setzten sich damals vor startende Flugzeuge, um gegen Abschiebungen von Ghanaer/innen zu protestieren. Ich war Mitglied der Liste und ihres „Ausländerbereichs“, sah aber nach meiner Afrikareise – entgegen meinen bisherigen Ansichten – keinen Sinn mehr in solchem Protest. Die Ankömmlinge waren größtenteils keine politischen Verfolgten und schadeten denen, die wirklich auf politisches Asyl angewiesen waren. Mit dem Zustrom der Ghanaer/innen war niemandem gedient – außer in Deutschland den Zuhältern und in Ghana – vielleicht – den betreffenden Familien. Ghana als Ganzes hatte nichts davon, der Import von PKWs, Kühlschränken und Stereoanlagen verstärkte die Abhängigkeit und den falschen Entwicklungsweg, den ich bei meinem Aufenthalt im Land vor Augen gehabt hatte. Man hätte dem Land und seinen Menschen anders helfen sollen – auch anders, als es dann durch den Internationalen Währungsfonds geschah. Soviel und mehr Gründe einzuwandern als die Ghanaer in Berlin hatten Dutzende Millionen andere Menschen in Westafrika. Ähnliche Erfahrungen hatte ich schon bei mehreren Reisen in die Türkei gemacht. Mir kamen grundsätzliche Bedenken gegen die von der AL propagierte „freie Einwanderung“ und ich äußerte sie auch. Dann schlug mir Argwohn entgegen. Ich fand mich, wenn nicht in die Neonazi-, dann doch in die rechte Ecke gestellt. Darum und wegen anderer Ungereimtheiten der Großstadt emigrierte dann auch ich – zurück in meine Heimat.

Harald Noth

Die Achillesferse des ghanaischen ‘Wunders‘ liegt auf der Hand. Die weitere Entwicklung hängt an den dünnen Fäden der Weltkakaopreise, den ausländischen Kreditzuflüssen und nicht zuletzt an der inneren politischen Stabilität.

Ghana ist ein Lehrstück in Globalisierung

In der taz vom 21. 10. 87 heißt es über Rawlings:

Rawlings hat ein von der neuen Elite total ruiniertes Land übernommen und mit allem Realismus dem Volk gesagt: „Wir haben nichts mehr. Nicht einmal etwas für ein Geschenk. Wir haben bloß noch Tränen und unsere Arme. Also müßt ihr weinen und den dürren Boden bewässern. Ihr müßt die Hände gebrauchen und überall etwas anbauen… Wer Würde will, kann diese nicht als Hilfe geschenkt erhalten.“

 

1984, Quame Danso, Dorf in Ghana: Ein Häuptling mit seinem ganzen Stolz: seinen Söhnen, einem Gewehr und dem Kofferradio. Das auf den Europäer zum Teil idyllisch wirkende Leben auf dem Land war für die Einheimischen mit großen Härten verbunden.

Soweit die guten Vorsätze. Aber der mit revolutionärem Pathos angetretene Rawlings sah dann doch die „Hilfe“ des Internationalen Währungsfonds, eines Vorreiters der Globalisierung, als Rettungsanker an. Mit den Folgen, die überall in der Dritten Welt anzutreffen sind. Die Produktionsziffern verbesserten sich, die Lage von Volk und Staat nicht. In der taz vom 18. 6. 1988 schreibt Klaus Enderle:

Die Nahrungsmittelsituation – 1983 der entscheidende Faktor für die Hinnahme des ERP („Economic Recovery Programme“ des Internationalen Währungsfonds) in der Bevölkerung – hat sich zwar nachhaltig verbessert, doch ist das fast ausnahmslos auf die starken Regenfälle zurückzuführen.

Des weiteren wird (vom IWF, H.N.) verschwiegen, daß die beeindruckenden Wachstumszahlen nur auf Pump finanziert wurden. Der IWF hat sich durch sein Engagement zum Hauptgläubiger des Landes gemacht, der mittlerweile seine Kredite wieder eintreibt. 1987 flossen bereits wieder 140 Millionen Dollar an den Fonds zurück, 1988 werden es über 200 Millionen sein. Ohnehin droht die Schuldensituation das Wachstum der vergangenen Jahre wieder aufzufressen. Die gesamte Auslandsverschuldung, die sich auf 2,7 Milliarden Dollar summiert, verschlingt bereits 63 Prozent der gesamten Exporteinnahmen.

An der Wirtschaftsstruktur Ghanas konnte und wollte das schuldenträchtige Umbauprogramm freilich nichts ändern. Die enorme Auslandsabhängigkeit wurde vielmehr zementiert, die binnenwirtschaftliche Produktion bleibt auch weiterhin diskriminiert. Die heutige Wirtschaftsstruktur Ghanas gleicht einem Fossil aus kolonialer Vorzeit. Ähnlich wie im Jahr 1910 ist Ghana heute mehr denn je vom Kakaoexport und damit von den Weltmarktpreisen abhängig. Die forcierte Kakaoproduktion hat dazu geführt, daß inzwischen 70 Prozent der Exporterlöse aus dem Kakaoexport erwirtschaftet werden, also gerade der Teil, der für den Schuldendienst an ausländische Gläubiger verwendet werden muß. Die gesamte Kakaoproduktion Ghanas erfolgt augenblicklich für das Ausland, und das bei gesunkenen Weltmarktpreisen und neuen Anbietern.

Die Achillesferse des ghanaischen ‘Wunders‘ liegt auf der Hand. Die weitere Entwicklung hängt an den dünnen Fäden der Weltkakaopreise, den ausländischen Kreditzuflüssen und nicht zuletzt an der inneren politischen Stabilität. Zwar konnten die Maßnahmen bislang noch ohne offenen Massenprotest umgesetzt werden, doch hat sich das Klima zunehmend verschärft. Das bekommen insbesondere die Gewerkschaften zu spüren.

Das Schuldenkarussell droht sich zunehmend auch in Ghana nach dem altbekannten Muster zu drehen: Anpassungspolitik, Popularitätsverlust der Regierung – politische Unzufriedenheit. Was letztlich bleibt, ist eine verschärfte Repression.

In der taz vom 5. 12. 95 wird berichtet, daß der ehemalige Revolutionär Rawlings versucht, Ghana zum privilegierten Partner der USA in Westafrika zu machen.

Auf seiner USA-Reise (…) offerierte Rawlings allen US-Schwarzen die ghanaische Staatsbürgerschaft, als sei Ghana die Heimat aller Sklavenabkömmlinge. Kaum ein Land der Region bietet sich so inbrünstig ausländischen Investitoren an – und anderen Interessenten aus der USA. In Cape Coast fahren Adventisten in glitzernden Geländewagen herum, die „Kirche der Heiligen der Letzten Tage“ hat ein neues Gebetshaus, und am Strand baut gerade die „Pentecostal Church“. Taxen fahren vorbei mit Aufklebern wie „Peace in Jesus“ und der US-Fahne.

13 Jahre nach dem Beginn des Strukturanpassungsprogramm des IWF schreibt Uwe Kerkow in der taz (10.12.96):

Unter seiner Herrschaft wurde Ghana der Musterschüler von IWF und Weltbank, da es die Strukturanpassungsprogramme rigoros umsetzte. Ein Wirtschaftswachstum von über fünf Prozent bis in die 90er schienen Rawlings Programm recht zu geben.

Doch heute herrscht Krisenstimmung in Ghana. Fast 70 Prozent Inflation, Auslandsschulden von fünf Milliarden US-Dollar, ein auf drei Prozent vermindertes Wirtschaftswachstum, ungehemmter Raubbau an den natürlichen Ressourcen des Landes und eine Infrastruktur, die immer noch auf den Export von Gold, Kakao und Holz ausgerichtet ist, können von dem derzeitigen Goldboom und den damit erzielten Gewinnen nicht aufgefangen werden.

Eine durchdachtere Privatisierungspolitik wird immer wieder angemahnt. Eine zu rasche Senkung der Importzölle hatte die einzige ghanaische Batteriefabrik in den Ruin getrieben. Die heimische Textilindustrie wird zur Zeit durch Altkleiderimporte aus der „Ersten Welt“ zerstört. Und Mitte des Jahres hatte die Regierung von Rawlings – auf Druck der Weltbank – den inländischen Rohölmarkt für Ölmultis freigegeben. Damit wurden die Subventionen für die Beninpreise aufgehoben.

Ein Anfang dieses Jahres erschienener – mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellter – offizieller Armutsbericht spricht davon, daß 30 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Rawlings neue Regierung wird nur einen minimalen Handlungsspielraum haben.

http://www.noth.net/c111rawlings.htm

In den 80er-Jahren wurde der Kakaoanbau aufgrund restriktiver Vorgaben des Weltwährungsfonds und der Weltbank intensiviert und industrialisiert. Dies führte zur massenhaften Entlassung von Arbeitskräften und durch das erhöhte Angebot sanken die Weltmarktpreise. Für die armen Landarbeiter in Ghana bedeuten die sinkenden Weltmarktpreise Arbeitslosigkeit, viele Tausend Ghanaer sind wegen der dramatischen Einkommensverluste einfach verhungert!

Bild Zerstörung

Kaffee & Kakao

„Kaffee trinken“ ist für viele Millionen Menschen das Synonym um eine Pause zu machen (Kaffeepause). Kaffee ist (nicht nur) in Deutschland das beliebteste Getränk. Pro Kopf kommen wir jährlich auf 164 Liter. Das ist fast doppelt so viel wie wir an Erfrischungsgetränken oder Mineral- und Quellwasser zu uns nehmen. Was für die Erwachsenen der Kaffee ist, ist für die Kinder der Kakao. Die Kakaobohne ist der Grundstoff für die Produktion von Schokolade.

Für uns Deutsche ist Kakao eine überaus wichtige Frucht, wir sind nach den Schweizern, Vizeweltmeister im Konsum von Schokolade (8,8 kg pro Kopf; Zahlen von 1995). Haben der Kaffee- und Kakaoanbau in den Tropenländern eine ähnlich segensreiche Wirkung wie der Genuß von Schokolade und Kaffee bei uns?

Preisverfall

80 Prozent der weltweit 25 Millionen Kaffeefarmer sind Kleinbauern, die unter ihren Produktionskosten von 80 bis 90 US-Cent pro Pfund arbeiten. Im Oktober 2004 wird ein Pfund Rohkaffee an internationalen Warenbörsen für 60 US-Cent gehandelt.

Nein. Der afrikanische Staat Ghana beispielsweise bestreitet 70 Prozent seiner Exporterlöse mit Kakao und beschäftigt(e) mehr als 600.000 Familien in diesem Bereich. In den 80er-Jahren wurde der Kakaoanbau aufgrund restriktiver Vorgaben des Weltwährungsfonds und der Weltbank intensiviert und industrialisiert. Dies führte zur massenhaften Entlassung von Arbeitskräften und durch das erhöhte Angebot sanken die Weltmarktpreise.

Für die armen Landarbeiter in Ghana bedeuten die sinkenden Weltmarktpreise Arbeitslosigkeit, viele Tausend Ghanaer sind wegen der dramatischen Einkommensverluste einfach verhungert!

Egal ob Kaffee, Kakao oder andere landwirtschaftliche Produkte aus armen Ländern: sinken die Weltmarktpreise, dann sind zuerst die Plantagenarbeiter in den produzierenden Ländern betroffen. Geringere Löhne und Kinderarbeit sind die Folge. Auf Sisal-, Kaffee-, oder Kakaoplantagen, die für unseren Bedarf produzieren, häufen sich die Fälle von Kindersklaverei.

Umgekehrt entwickelt sich die Situation in den Abnehmerländern: Musste ein Industriearbeiter 1958 noch vier Stunden für ein Pfund Kaffee arbeiten, sind es heute noch 20 Minuten!

(Quelle: Werkstatt Materialien: Das erste Ma(h)l von Jürgen Wolters und Tammy Chang)

http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/kaffee-kakao.htm