Tausende Kinder atmen auf Elektromüllhalden in Afrika giftige Gase ein – In Ghana und Nigeria werden demnach Afrikas größte Halden für illegal verbrachten Müll unterhalten, gefolgt von der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im April: „Die meisten bei uns in Europa ausrangierten Elektronikgeräte kommen hierher – auch aus Deutschland, legal und illegal.” Bis zu 20 000 Kinder sollen auf Halden wie jener bei Accra arbeiten und aus Elektroschrott seltene Metalle und andere wiederverwertbare Bestandteile herausholen und dabei giftigen Dämpfen ausgesetzt sein.

UN fordern Kampf gegen illegalen Elektroschrott

12.05.2015 Tausende Kinder atmen auf Elektromüllhalden in Afrika giftige Gase ein. Kriminelle Geschäftemacher verdienen an den Abfällen Milliarden. UN-Experten fordern mehr Maßnahmen gegen illegale Müllexporte.

Männer arbeiten am Stadtrand von Accra, der Hauptstadt von Ghana, auf einer Müllhalde aus Elektroschrott. Foto: Kay Nietfeld/ArchivMänner arbeiten am Stadtrand von Accra, der Hauptstadt von Ghana, auf einer Müllhalde aus Elektroschrott.Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Genf. Mit der illegalen Entsorgung von Elektroschrott vor allem in Afrika und Asien werden nach UN-Angaben weltweit immer größere Geschäfte gemacht.

Auf bis zu 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) pro Jahr schätzt das UN-Umweltprogramm (Unep) den Wertumfang der Verschiffung und Ausschlachtung von ausgedienten Computern, Fernsehern, Handys oder anderen Elektronikprodukten unter Umgehung bestehender Vorschriften.

„Bis zu 90 Prozent des jährlichen weltweiten Elektromülls werden illegal gehandelt oder entsorgt”, klagt Unep in einem in Genf veröffentlichten Bericht. Zugleich werde der „globale Müllberg” immer größer: Spätestens bis 2017 dürfte nach Unep-Schätzungen die von der Elektronik-Industrie jährlich verursachte Müllmenge von derzeit 41 Millionen auf rund 50 Millionen Tonnen anwachsen.

„Wir sind konfrontiert mit der Entstehung eines beispiellosen Tsunamis aus Elektroschrotts”, erklärte Unep-Direktor Achim Steiner zur Veröffentlichung des Berichts „Waste Crimes, Waste Risks” („Müll-Verbrechen, Müll-Gefahren”). „Das ist nicht einfach nur ein großer Teil des nicht recycelbaren Müllbergs der Welt, sondern birgt wegen der giftigen Bestandteile auch Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt.”

Die Hauptziele für legale wie auch illegale Exporte von Elektroschrott sind Unep zufolge Länder in Afrika und Asien. In Ghana und Nigeria werden demnach Afrikas größte Halden für illegal verbrachten Müll unterhalten, gefolgt von der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo. In Asien werde „E-Waste” unter anderem in China, Indien, Pakistan und Bangladesch auf oft illegale Weise entsorgt.

Erst kürzlich hatte sich auch die Bundesregierung mit dem Problem der Elektroschrott-Entsorgung befasst. Bei der Besichtigung einer der weltweit größten Elektro-Müllhalden am Rande der ghanaischen Hauptstadt Accra sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im April: „Die meisten bei uns in Europa ausrangierten Elektronikgeräte kommen hierher – auch aus Deutschland, legal und illegal.”

Bis zu 20 000 Kinder sollen auf Halden wie jener bei Accra arbeiten und aus Elektroschrott seltene Metalle und andere wiederverwertbare Bestandteile herausholen und dabei giftigen Dämpfen ausgesetzt sein. Müller rief zur Schließung etwaiger Schlupflöcher bei der Entsorgung durch die Elektronik-Industrie auf.

In dem Unep-Bericht heißt es, der Export giftiger Abfälle aus EU-Staaten in Entwicklungsländer sei zwar untersagt, jedoch gebe es immer wieder Betrugsfälle. So würden Tausende Tonnen an gefährlichem Elektronikschrott bei der Ausfuhr falsch deklariert und zum Beispiel Batterien als Plastik- oder Mischmetallmüll exportiert.

Die UN-Organisation appellierte an alle Staaten, die Einhaltung von Verboten zu erzwingen. Dazu seien strengere Kontrollen erforderlich. Auch Regelungen zur kostenlosen Rückgabe von Alt-Elektronik an zur legalen Entsorgung verpflichtete Händler und Hersteller könnten helfen, Gefahren durch Elektroschrott zu reduzieren.

http://www.fnp.de/nachrichten/panorama/UN-nbsp-fordern-Kampf-gegen-illegalen-Elektroschrott;art46558,1397817

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Ghana-Forum-NRW im Partnerschaft-Bundesland von Ghana

Willkommen beim Ghana Forum NRW e.V.

Das Ghana-Forum NRW e.V. versteht sich als Selbstorganisation von in Nordrhein-Westfalen ansässigen Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft, Kirchen und ghanaischer Diaspora, die mit
Partnern in und aus Ghana Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit pflegen,  intensivieren, aus- und aufbauen und neu beginnen wollen.

Das Ghana-Forum soll der Begegnungsraum und die Plattform für einen gegenseitigen Austausch von Erfahrungen, Informationen und für gemeinsame Aktivitäten sein.

Es ist Ansprechpartner für die Vielzahl von Engagierten und Akteuren und dient allen als Informationsbörse. Die in 2007 beschlossene offizielle Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Republik Ghana wird das Ghana-Forum aktiv begleiten und der Politik Anregungen für die Weiterentwicklung dieser Partnerschaft geben.

Kontakt

Postanschrift:Ghana-Forum NRW e.V.
Geschäftsstelle:
Dr. Kajo Schukalla
Markweg 38
48147 Münster
Tel. +49 (0)251 2390606
Fax +49 (0)251 273516
E-mail: ghana.forum.nrw@googlemail.com
Bernd Bader, 1. Vorsitzender
Informationen:
Dr. Kajo Schukalla, Ghana-Koordinator NRW
Telefon 0251/2390606, Fax 0251/273516,
E-mail: ghana.forum.nrw@googlemail.com

https://ghanaforumnrw.files.wordpress.com/2012/05/ghana-forum-2012_broschuere.pdf

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Das Ghana Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Ghana Council NRW e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 action medeor e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Die AFOS-Stiftung für unternehmerische Entwicklungszusammenarbeit . . . 11 africa action / Deutschland e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Aktion Friedensdorf – Kinder in Not e.V. Mönchengladbach . . . . . . . . . . . . . . . 15 Bistumspartnerschaft Münster – Nordghana . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Kommunale Nord-Süd-Partnerschaft Mönchengladbach/Offinso . . . . . . . . . . 21 Maaka e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Opportunity International Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Verein Partnerschaft Bonn-Cape Coast e. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Partnerschaftsvereinbarung Ghana – NRW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Herausgegeben vom Ghana Forum NRW, 2012 Das Erscheinen dieser Broschüre wurde gefördert durch die Auflage 2000, Redaktion und verantwortlich: Bernd Bader Layout: studiofuergestaltung.net gedruckt auf 100% Recyclingpapier 3 Vorwort Das Land Nordrhein-Westfalen und die westafrikanische Republik Ghana verbindet seit Jahrzehnten eine freundschaftliche Beziehung. Im Jahr 2007 wurde durch das unterzeichnete Partnerschaftsabkommen eine neue Grundlage hierfür geschaffen. Die Zusammenarbeit besteht aus den Feldern Gesundheit, Bildung und Wissenschaft. Gemeinsam mit den Partnern der Entwicklungszusammenarbeit, wie dem Ghana Forum NRW und dem Ghana Council NRW, fördert die Landesregierung Entwicklungsprojekte in diesen Bereichen und zunehmend werden auch Projekte im Energiesektor durchgeführt. So wurde beispielsweise im Jahr 2011 der Aufbau einer Solar-Fachwerkstatt gefördert. Die Solarversorgung soll für eine stabile Energieversorgung in den Gesundheitsstationen sorgen. Des Weiteren konnten das Projekt „Regenerative Energieversorgung“ in Busunu ausgebaut und weitere Haushalte an die Stromversorgung angeschlossen werden. Die Landesregierung unterstützt die vielen Vereine, NGOs und Initiativen aus Nordrhein-Westfalen sowie die große Diaspora in unserem Bundesland. In Bezug auf eine wirtschaftliche Entwicklung in Westafrika bietet Ghana für kleine und mittlere Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen einen interessanten Markt und eröffnet so die Möglichkeit für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Besonders erfreulich sind auch die kommunalen Nord-Süd-Partnerschaften zwischen Mönchengladbach und Offinso sowie Bonn und Cape Coast. Diese führten bereits zu verschiedenen Projekten und Begegnungsmöglichkeiten für die Menschen aus beiden Ländern. Diese Broschüre informiert über die Partnerschaft zwischen Ghana und Nordrhein-Westfalen sowie die verschiedenen Entwicklungsprojekte. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dabei eine anregende Lektüre. Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelgenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen

https://ghanaforumnrw.wordpress.com/uber-uns/

Schriftsteller Buch: „148 Studenten ermordet, 300 Schülerinnen verschleppt, 800 Bootsflüchtlinge ertrunken, dazu Dürre und Hungersnot, Ebola und Aids – so lauten die täglichen Schlagzeilen aus und über Afrika. Ich kann bezeugen, dass diese Schreckensmeldungen nicht übertrieben sind. Europa verschließt seine Augen vor dem Ausmaß des Elends. Und wir alle verweigern ein Minimum an Mitgefühl. Außer einer Handvoll Experten niemand die Wahrheit über Afrika genau wissen will. Die Staatstrauer für 150 Tote des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen war umgekehrt proportional zu dem Achselzucken, mit dem Schiffsuntergänge im Mittelmeer abgehakt werden, die keine Europäer, sondern Afrikaner betreffen. Ein Minimum an Empathie ist gefragt, doch selbst die verweigern wir.“

Unmenschliche Außenpolitik
Die afrikanische Apokalypse wird ignoriert

Von Hans Christoph Buch

Vor der Insel Lampedusa warten Flüchtlinge in einem Schlauchboot darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. (dpa / picture alliance / Darrin Zammit Lupi)
Vor der Insel Lampedusa warten Flüchtlinge in einem Schlauchboot darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. (dpa / picture alliance / Darrin Zammit Lupi)

Die Nachrichten aus Afrika über den Terror gegen ganze Bevölkerungsgruppen und über die Not der Flüchtlinge haben nur eine geringe Halbwertzeit. Der Schriftsteller Hans Christoph Buch warnt: Europa verschließt seine Augen vor dem Ausmaß des Elends. Und wir alle verweigern ein Minimum an Mitgefühl.

148 Studenten ermordet, 300 Schülerinnen verschleppt, 800 Bootsflüchtlinge ertrunken, dazu Dürre und Hungersnot, Ebola und Aids – so lauten die täglichen Schlagzeilen aus und über Afrika. Ich kann bezeugen, dass diese Schreckensmeldungen nicht übertrieben sind, denn ich habe den Kontinent vom Mittelmeer bis zum Indischen Ozean, vom Kongo bis zum Niger bereist. Dabei war ich stets aufs Neue mit Flüchtlingen konfrontiert, Armutsemigranten und Wirtschaftsimmigranten, Binnenvertriebenen und Kriegsopfern, deren Elend mein Vorstellungsvermögen überstieg.

„Unstet und flüchtig sollst Du sein“, sagt der zornige Gott des Alten Testaments zu Kain, der seinen Bruder Abel erschlug. Dieses Gottesurteil ist heute traurige Realität in Syrien und Yemen sowie in weiten Teilen Afrikas, von Eritrea bis Mali und Senegal. Die Gründe für den Massenexodus der Afrikaner liegen auf der Hand, und der Beschluss europäischer Innenminister, die Ursachen durch verstärkte Entwicklungshilfe vor Ort zu bekämpfen, ist genauso ein frommer Wunsch wie die Idee, die Warlords in Libyen mit Geld und guten Worten zu besänftigen.

Politiker auf der Suche nach guten Nachrichten

Erschwerend kommt hinzu, dass außer einer Handvoll Experten niemand die Wahrheit über Afrika genau wissen will. Die Staatstrauer für 150 Tote des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen war umgekehrt proportional zu dem Achselzucken, mit dem Schiffsuntergänge im Mittelmeer abgehakt werden, die keine Europäer, sondern Afrikaner betreffen.

Vor ein paar Jahren begleitete ich einen hochrangigen deutschen Politiker auf einer Goodwill-Tour durch mehrere Länder Afrikas. Was abseits des roten Teppichs geschah, drang nur gerüchteweise an sein Ohr, und als ich ihm von einem Massaker in Ruanda erzählte, das ich aus nächster Nähe erlebt hatte und bei dem keine Tutsi, sondern Tausende Hutu ermordet wurden, sah er mich ungläubig an.

Ich nenne seinen Namen nicht, weil es um Grundsätzliches geht. Viel zu viele Politiker sind vor allem an guten Nachrichten interessiert: Dass der afrikanische Kontinent aus dem Ruder läuft und wie ein mit Flüchtlingen überladenes Boot steuerlos auf den Wellen treibt, kommt in ihren Reden nicht vor. Statt dessen suchen Diplomaten und Entwicklungshelfer nach positiven Ausnahmen wie Ghana oder Ruanda: Dass letzteres ein Militärregime ist, das die Hutu-Mehrheit entmündigt und die Ressourcen des Nachbarlands Kongo ausplündert, bleibt ebenso unerwähnt wie die Verhältnisse in Ghana, wo Ausreisewillige vor westlichen Botschaften Schlange stehen. Ganz zu schweigen von Südafrika, wo die Kriminalität bürgerkriegsartige Ausmaße erreicht.

Auf der Flucht sind Lehrer, Ärzte, Ingenieure

Korruption und Brutalität sind in allen Staaten Afrikas anzutreffen und machen jeden Hoffnungsschimmer zunichte: Kein Wunder, dass immer mehr Menschen ihre Bündel schnüren und den Exodus durch die Sahara und übers Mittelmeer dem Elend im eigenen Land vorziehen – mit dem Risiko, auf hoher See ums Leben zu kommen. Dabei sind es nicht die Ärmsten der Armen, die sich auf den Weg machen, sondern Lehrer, Ärzte und Ingenieure, die zu Hause keine Berufsperspektiven haben. Dass mehr und mehr Kinder und Jugendliche die gefährliche Reise antreten, zeigt, wie schwierig das Überleben der Großfamilien in Afrika heute ist. Auch wenn es kein Patentrezept gibt: Ein Minimum an Empathie ist gefragt, doch selbst die verweigern wir.

Der Schriftsteller Hans Christoph Buch (picture alliance / dpa / Klaus Franke)Der Schriftsteller Hans Christoph Buch (picture alliance / dpa / Klaus Franke)Hans Christoph Buch lebt, wenn er nicht auf Reisen ist, in Berlin. Sein Roman „Apokalpyse Afrika“ erschien in der Anderen Bibliothek, der Essay „Boat People – Literatur als Geisterschiff“ in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit über die Zusammenarbeit mit Ghana

Ghana

Situation und Zusammenarbeit

Strand von Elmina in Ghana, kurz vor Sonnenaufgang


Ghana hat in den vergangenen Jahrzehnten einen vorbildlichen Demokratisierungsprozess durchlaufen und wirtschaftspolitische Reformen wirksam umgesetzt. 2010 hat das westafrikanische Land nach einer Neuberechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) den Sprung in die Gruppe der Mitteleinkommensländer (lower middle income country) geschafft. Das jährliche durchschnittliche Bruttonationaleinkommen pro Einwohner lag 2014 bei 1.620 US-Dollar.

Die erzielten Erfolge bestärken die traditionellen Entwicklungspartner darin, Ghana weiterhin bei notwendigen Reformschritten zu unterstützen. Gleichzeitig hat Ghana Kontakte zu neuen Partnern wie China, Indien und der Türkei aufgebaut.

Außenpolitik

Vom 7. bis zum 10. April reisten die Bundesminister Gerd Müller und Hermann Gröhe gemeinsam nach Ghana und Liberia. Im Blickpunkt ihrer Reise stand die Unterstützung westafrikanischer Staaten bei der Stärkung der örtlichen Gesundheitssysteme. Eine der ersten Stationen war die Universitätsklinik in der ghanaischen Hauptstadt Accra.

Ghana betreibt seit Jahren erfolgreich eine Politik guter Nachbarschaft und setzt sich für eine stärkere regionale Zusammenarbeit ein. Dem relativ kleinen Land kommt auf dem afrikanischen Kontinent aufgrund seiner vorbildhaften demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung großes politisches Gewicht zu.

Ghana gehört zu den aktivsten Mitgliedern der Afrikanischen Union (AU) und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Economic Community of West African States, ECOWAS). Als erstes Land hat Ghana den „African Peer Review Mechanism“ (APRM), eine freiwillige Überprüfung der Regierungsführung unter Beteiligung der Zivilgesellschaft, erfolgreich abgeschlossen. Auch das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm NEPAD (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung) wird von Ghana unterstützt.

Im Rahmen der ECOWAS hat sich Ghana stark für die Unterzeichnung eines Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (Economic Partnership Agreement, EPA) mit der Europäischen Union eingesetzt. Dieses Abkommen gewährt Ghana und der Region besseren Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Davon verspricht man sich in Westafrika eine dynamischere wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Europäische Union hat das Abkommen im Dezember 2014 unterzeichnet. Bis zur Unterzeichnung durch alle ECOWAS-Staaten wird es vorläufig angewendet.

Wirtschaft

Herstellung von Fruchtsaft für den Export auf den europäischen Markt (Asamankese, Ghana)

Millenniumsentwicklungsziele

Umweltprobleme

Anbau von Orangenpflanzen im ghanaischen Asamankese

Entwicklungspotenziale

Kinder in Schuluniform an einer Strasse in Accra, Ghana

Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit mit Ghana

Governance (Dezentralisierung und Verbesserung der öffentlichen Finanzen)

Landwirtschaft

Gemüseangebot auf einem Markt in Accra, Ghana

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

 Baustelle in Accra, Ghana

Erneuerbare Energien

Strommast mit -leitungen in Ghana

Entschuldung

http://www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/ghana/zusammenarbeit/index.html

Die diskriminierende Schreibe des Spiegel über Nkruma

Titelbild

DER WEG IN DIE FREIHEIT: DER TRAUM VOM AFRIKA DER AFRIKANER

SPIEGEL SPECIAL Geschichte – 22.05.2007Die Vordenker der Unabhängigkeit. Afrikanische Intellektuelle bildeten bis zur Unabhängigkeitswelle nach dem Zweiten Weltkrieg eine winzige Minderheit. Die gerade erst entstehende Elite bestand aus einer kleinen Schar von Akademikern, die meist in … mehr…

Wie ein Nilpferd im Affenbrotbaum

DER SPIEGEL – 02.11.1992SPIEGEL-Reporter Erich Wiedemann über den Wiederaufstieg von Ghana zum afrikanischen Musterland. Ghanas Wiederaufstieg zum afrikanischen Musterland. Eine Frau wie ein Bulldozer ohne Rückwärtsgang: 73, laut, stämmig, schwergängig, aber nicht zu b… mehr…

Die lange Nacht der Kinder Afrikas

DER SPIEGEL – 09.02.1981Schwarzafrika nach zwei Jahrzehnten Unabhängigkeit (VI) / Von SPIEGEL-Redakteur Gunar Ortlepp Manche werden sich sogar fragen, ob die Zeit des Kolonialismus nicht vielleicht zu kurz war; ob die nach Afrika verpflanzten europäischen Institutionen genu… mehr…

Das Grab des Erlösers Kwame Nkrumah

DER SPIEGEL – 17.07.1972Totentrommeln dröhnten, Klageweiber kreischten, und die Lehm- und Bambushütten des 1000-Einwohner-Dorfes im westafrikanischen Busch waren mit roten und schwarzen Trauerfahnen dekoriert. Nkroful, im Stammesgebiet der Nzima in Ghana, feierte Sonntag, v… mehr…

GESTORBEN: Kwame Nkrumah

DER SPIEGEL – 01.05.1972Kwame Nkrumah, 62. 1951 wählte ihn das Volk von Ghana (der britischen Kronkolonie Goldküste) überraschend zum Premier. Der Pan-Afrikaner, der von den Engländern mehrfach als Polit-Täter festgesetzt wurde, wechselte zunächst die Häftlingskluft gegen d… mehr…

GHANA / NKRUMAH: Haie gegen Affen

DER SPIEGEL – 09.12.1968Am Heiligabend wollte der Messias an Land gehen.Das jedenfalls befürchtete die Militärjunta des westafrikanischen Ghana, die 1966 den selbsternannten Erlöser („Osagyefo“) der acht Millionen Ghanaer, Kwame Nkrumah, heute 59, abgesetzt hatte.Aus dem Ex… mehr…

So viel Größe

DER SPIEGEL – 20.05.1968Ihr letztes Zusammentreffen mit Ghanas Ex-Diktator Kwame Nkrumah schildert die Fliegerin Hanna Reitsch, 56, in ihrem jetzt erschienenen Buch „Ich flog für Kwame Nkrumah“. Die Pilotin, die nach in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs mit dem Vorsa… mehr…

AFRIKA / REGIONAL-PAKTE: Ein bißchen Politik

DER SPIEGEL – 13.05.1968Wir können eine Unionsregierung für Afrika klar am Horizont sehen. Kwame Nkrumah, 1963. Ghanas Osagyefo („Erlöser“) Nkrumah hatte eine Fata morgana gesehen: Afrikas Einheit.Als die „Organisation für Afrikanische Einheit“ (OAU) 1963 gegründet wurde,… mehr…

GUINEA / NKRUMAH: Armer Erlöser

DER SPIEGEL – 25.03.1968Eine Staatskarosse zog einen Affenkäfig in Wohnwagen-Format durch die Straßen von Ghanas Hauptstadt Accra. In diesen Käfig soll kein seltenes Tier, sondern der berühmteste Ghanaer gesperrt werden. Noch sitzt er im benachbarten Guinea — in einem gold… mehr…

AFRIKA / STAATSSTREICHE: Schwarz ist der Mut

DER SPIEGEL – 28.11.1966Drei Stunden lang verkündete der unbekannte Schwarze den Umsturz: „Die Revolution hat soeben begonnen. Das Volk von Togo fordert sein Recht.“Drei Stunden lang schmetterte er seine Parolen in die Mikrophone von Radio Lome. Und immer wenn er Luft ho… mehr…

DIPLOMATEN: Schwarz und rot

DER SPIEGEL – 23.05.1966DDR. Als im fernen Afrika farbige Revoluzzer das Regime des Ghanaers Kwame Nkrumah hinwegputschten, mußte das Personal der DDR-Handelsmission in der Hauptstadt Akkra unverzüglich nach Hause fahren. Die Deutschen blieben unversehrt, und das entsp… mehr…

PACKEN SIE ENDLICH AUS, MR. HEROLD

DER SPIEGEL – 04.04.1966Vier Monate in Nkrumahs Gewalt. Zu 40 Jahren Gefängnis verurteilte am 30. November 1965 das höchste Gericht des Ghana-Diktators Kwame Nkrumah den deutschen Journalisten Lutz Herold, 47. Begründung: Herold habe für die ghanaischen Exilpolitiker u… mehr…

WER NKRUMAH HILFT, IST EIN PHANTAST

DER SPIEGEL – 21.03.1966SPIEGEL-Interview mit General Joseph A. Ankrah, dem Vorsitzenden des „Nationalen Befreiungsrates“ von Ghana. SPIEGEL: Herr General, vor drei Wochen haben Sie Nkrumah gestürzt. Jetzt regiert die Armee in Ghana. Wie lange wird sie regieren?ANKRAH: W… mehr…

NKRUMAH: Stern von Afrika

DER SPIEGEL – 28.02.1966GHANA. Auf Postkarten schüttelte er Jesus Christus die Hand. Seine jungen Pioniere sangen: „Nkrumah wird nie sterben, ewig wird er leben.“ Und eine staatliche Propagandaschrift (Titel: „Stern von Afrika“) prophezeite: „Der allmächtige Gott und d… mehr…

HESSEN: Immer neue Kunden

DER SPIEGEL – 23.09.1964BUNDESLÄNDER. In Afrika breitet sich die Drei-Staaten -Theorie aus: Schon mancher Deutsche, kolportierte unlängst die „Welt“, sei auf dem Schwarzen Kontinent gefragt worden, ob er aus der Bundesrepublik, aus der DDR oder aber aus Hessen komme.Sc… mehr…

AFRIKA / DIKTATUR: Unser Messias

DER SPIEGEL – 12.02.1964Sein Vater war Goldschmied. Seine katholische Mutter wurde wegen ihres frommen Lebenswandels „Heilige Jungfrau von Ghana“ genannt. Der Sohn, der Lehrer Dr. Kwame Nkrumah, heute 54, in katholischen Missionsschulen gedrillt und an amerikanischen Uni… mehr…

AFRIKA / TOGO: Drei Kugeln

DER SPIEGEL – 06.02.1963Vierzehn schwarze Außenminister traten Ende Januar in der nigerianischen Hauptstadt Lagos zu einem hastig einberufenen Palaver zusammen. Hauptberatungspunkt: die Ermordung des Togo-Präsidenten Sylvanus Olympio.Zum erstenmal galt die Sorge der dunk… mehr…

NEUTRALE: Punkt 27

DER SPIEGEL – 13.09.1961KALTER KRIEG. Über den Wandelgängen des Belgrader Parlamentsgebäudes lag eine Dunstglocke von kaltem Zigarettenrauch.Erschöpfte Diplomaten zankten mit übermüdeten Journalisten. Die Exzellenzen hatten lange Bartstoppeln, die Reporter rotgeränderte… mehr…

AFRIKA / KONGO-DEBAKEL: Die weiße Eminenz

DER SPIEGEL – 14.12.1960Mitten in der afrikanischen Steppe, unweit der einsamen Straße, landete ein Flugzeug. Schwerbewaffnete kongolesische Militärpolizisten sprangen heraus und stoppten eine schwarze Limousine, die nach Luluabourg rollte.So endete nach vier Tagen und 1… mehr…

AFRIKA: Gürtet eure Lenden

DER SPIEGEL – 30.04.1952(s. Titel) Mit einem Riesensatz jumpte Anfang März „Großer Befreier“, Dr. Kwame Nkrumah, 42, in die Weltpolitik. Mit ihm 4,1 Millionen Aschantis, Ewes und Fantis der britischen Kolonie „Goldküste“. Gouverneur Charles Noble Arden-Clarke verkün… mehr…

Themen von A-Z

Wirtschaftsdaten von German Trade&Invest

Wirtschaftsdaten kompakt:

Ghana Stand: November 2014 *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

http://ahk.de/fileadmin/ahk_ahk/GTaI/ghana.pdf

Basisdaten Fläche 238.533,0 qkm* Einwohner 2014: 26,2 Millionen* Bevölkerungsdichte 2014: 109,8 Einwohner/qkm* Bevölkerungswachstum 2014: 2,2%* Geburtenrate 2014: 31,4 Geburten/1.000 Einwohner* Fertilitätsrate 2012: 3,9 Geburten pro Frau Altersstruktur 2014: 0-14 Jahre: 38,6%; 15-24 Jahre: 18,7%; 25-54 Jahre: 33,8%; 55-64 Jahre: 4,8%; 65 Jahre und älter: 4,1%* Analphabetenquote 2010: 29,0% Hochschulabsolventen 2012: Abschlüsse insgesamt: 72.071; Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Recht: 48,2%; Naturwissenschaften: 8,4%; Erziehungswissenschaften: 30,4%; Dienstleistungssektor: 1,3%; Ingenieurwissenschaften, Herstellung und Konstruktion: 5,7%; Gesundheitswissenschaften: 2,4%; Agrarwissenschaften: 3,3%; Unspezifizierte Abschlüsse: 0,3% Geschäftssprache(n) Englisch Rohstoffe agrarisch Kakao, Reis, Maniok, Erdnüsse, Mais, Sheanüsse, Bananen, Holz, Fisch, Kautschuk, cassava (manioc, tapioca) mineralisch Gold, Industriediamanten, Bauxit, Mangan, Erdöl, Silber, Salz, Kalkstein Gas – Produktion (Kubikfuß) 2014: 140 Mio. – 200 Mio. – Reserven (Kubikfuß) 2014: 6 Bill. Erdöl – Produktion (bpd) 2014: 115.000 – 200.000 – Reserven (cbm) 2014: 790 – 1.100 Mitglied in internationalen Wirtschaftszusammenschlüssen und -abkommen AU, ECOWAS, IWF, WTO;zu bilateralen Abkommen siehe http://www.wto.org -> Trade Topics, Regional Trade Agreements, RTA Database, By Country Währung Bezeichnung Cedi (C); 1 C = 100 Ghana Kurs (September 2014) 1 Euro = 4,058 C; 1 US$ = 3,199 C Jahresdurchschnitt 2013: 1 Euro = 2,660 C; 1 US$ = 1,996 C 2012: 1 Euro = 2,394 C; 1 US$ = 1,854 C 2011: 1 Euro = 2,156 C; 1 US$ = 1,541 C Wirtschaftslage Bruttoinlandsprodukt (BIP, nom.) *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. – Mrd. C 2013: 93,5*; 2014: 117,1*; 2015: 143,3* – Mrd. US$ 2013: 47,8*; 2014: 35,5*; 2015: 32,6* BIP je Einwohner (nominal) – C 2013: 3.656,2*; 2014: 4.467,5*; 2015: 5.329,1* – US$ 2013: 1.871,1*; 2014: 1.353,2*; 2015: 1.212,8* BIP-Entstehung (%) 2012: Land-/Forst-/Fischwirtschaft 22,7; Bergbau/Industrie 16,9; Transport/Logistik/Kommunikation 13,2; Handel/Gaststätten/Hotels 10,9; Bau 10,5; Anderes 26,0 BIP-Verwendung (%) 2012: Privatverbrauch 60,9; Bruttoanlageinvestitionen 29,0; Staatsverbrauch 13,6; Bestandsveränderungen 1,9; Außenbeitrag -10,4 Wirtschaftswachstum Wirtschaftswachstum nach Sektoren (%, real) 2012: Transport/Logistik/Kommunikation 12,7; Bau 11,2; Handel/Gaststätten/Hotels 8,5; Bergbau/Herstellung 5,0; Land-/Forst-/Fischwirtschaft 1,4 Inflationsrate (%) 2013: 11,7; 2014: 15,7*; 2015: 16,8* Haushaltssaldo (% des BIP) 2013: -10,1; 2014: -8,9*; 2015: -7,1* Leistungsbilanzsaldo (% des BIP) 2013: -11,9*; 2014: -9,9*; 2015: -8,5* Investitionen (netto, öffentlich und privat, % des BIP) 2013: 24,2*; 2014: 24,6*; 2015: 25,9* Ausgaben für FuE (% des BIP) 2007: 0,2; 2010: 0,4 Staatsverschuldung (% des BIP, netto) 2013: 53,2; 2014: 63,3*; 2015: 69,3* Jährliche Neuverschuldung (% des BIP) 2013: 10,0; 2014: 7,8*; 2015: 6,5* Ausländische Direktinvestitionen – Transfer (Mio. US$) 2011: 3.222,3; 2012: 3.293,4; 2013: 3.226,3 – Bestand (Mio. US$) 2011: 13.327; 2012: 16.622; 2013: 19.848 Währungsreserven (Mrd. US$) 2014: 2013: 5,4; 2014: 5,5*; 2015: 5,7* Brutto-Außenverschuldung (Mrd. US$) 2014: 2013: 14,5*; 2014: 16,0*; 2015: 17,5* Einfuhrdeckung (Monate) 2010: 4,0; 2011: 3,0; 2012: 3,0 *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Schuldendienstzahlungen (% der Exporte) 2010: 3,9; 2011: 2,3; 2012: 4,2 Außenhandel Außenhandel (Mrd. US$) 2011 % 2012 % 2013 % Einfuhr 13,6 67,9 14,0 2,9 10,0 -28,6 Ausfuhr 18,4 253,8 18,8 2,2 15,6 -17,0 Saldo 4,8 4,8 5,6 Außenhandelsquote (Ex- + Importe/BIP in %) 2011: 80,8; 2012: 78,7; 2013: 53,6 Exportquote (Exporte/BIP in %) 2011: 46,5; 2012: 45,1; 2013: 32,6 Einfuhrgüter nach SITC (% der Gesamteinfuhr) 2013: Nahrungsmittel 15,9; Maschinen 14,9; Chem. Erzg. 14,4; Kfz und -Teile 13,7; Eisen und Stahl 5,2; Sonstige 35,9 Ausfuhrgüter nach SITC (% der Gesamtausfuhr) 2013: Nahrungsmittel 33,4; Maschinen 30,8; Erdöl 20,0; Rohstoffe 3,8; Chem. Erzg. 1,1; Sonstige 10,9 Wichtige Handelspartner *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Beziehung der EU zu Ghana Außenhandel (Mrd. Euro) 2011 % 2012 % 2013 % Einfuhr der EU 3,5 133,3 3,3 -5,7 3,4 3,0 Ausfuhr der EU 2,9 38,1 3,6 24,1 3,4 -5,6 Saldo -0,6 0,3 0,0 Halbjahreswert (Mrd. Euro) – Einfuhr der EU 2014: 1,4 (-14,7%) – Ausfuhr der EU 2014: 1,6 (-14,5%) Beziehung Deutschlands zu Ghana Außenhandel (Mio. Euro) 2011 % 2012 % 2013 % dt. Einf. 137,8 -7,0 335,7 143,6 351,7 4,8 dt.Ausf. 276,4 32,6 328,7 18,9 317,1 -3,5 Saldo 138,6 -7,0 -34,6 Halbjahreswert (Mio. Euro) – dt. Einfuhr 2014: 95,3 (+11,6%) – dt. Ausfuhr 2014: 147,8 (-11,7%) Deutsche Einfuhrgüter nach SITC (% der Gesamteinfuhr) 2013: Erdöl 50,8; Nahrungsmittel 37,3; Rohstoffe 8,5; NEMetalle 2,1; Mess-/Regeltech. 0,0; Sonstige 1,3 Deutsche Ausfuhrgüter nach SITC (% der Gesamtausfuhr) Rangstelle bei deutschen Einfuhren 2013: 84* Rangstelle bei deutschen Ausfuhren 2013: 91* Deutsche Direktinvestitionen (Mio. Euro) – Bestand 2010: 16; 2011: 26; 2013: 21 – Nettotransfer (Zunahme/Kapitalausfuhr: -) 2011: -8; 2012: -1; 2013: -6 Direktinvestitionen Ghanas in Deutschland (Mio. Euro) – Bestand keine Angaben *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. – Nettotransfer (Zunahme/Kapitaleinfuhr: +) 2011: -1; 2012: 0; 2013: 0 Doppelbesteuerungsabkommen Abkommen vom 12.8.2004, in Kraft seit dem 14.12.2007 Investitionsschutzabkommen Abkommen vom 24.2.1995, in Kraft seit dem 23.11.1998 Bilaterale öffentliche Entwicklungszusammenarbeit – Finanzielle Zusammenarbeit 2010: 20,0; 2011: 47,7; 2012: 34,0 (Mio. Euro) – Technische Zusammenarbeit 2010: 17,7; 2011: 16,9; 2012: 18,4 (Mio. Euro) Anzahl wichtiger vom Bund geförderter Auslandsmessen 2015: 2 Weitere Informationen unter: http://www.auma.de, Unterpunkt: Auslandsmesseprogramme Auslandshandelskammer Accra, http://ghana.ahk.de Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Accra, http://www.accra.diplo.de Botschaft Ghanas in Deutschland Berlin, http://www.ghanaemberlin.de Infrastruktur Straßennetz (befestigt) 2009: 13.787 km Schienennetz (Breite- und Standardspuren) 2014: 947 km* Containerhäfen 2014: 2 Festnetzanschlüsse 2013: 10 pro 1.000 Einwohner Mobiltelefonanschlüsse 2013: 1.082 pro 1.000 Einwohner Internetnutzer 2013: 123 pro 1.000 Einwohner Personenkraftwagen 2009: 18 pro 1.000 Einwohner Stromverbrauch pro Kopf 2012: 348 kWh Einschätzung des Geschäftsumfelds Hermes Länderkategorie 5 Rangstelle: Ease of Doing Business 2015 70 von 189 Ländern Global Competitiveness Index 2014- 2015 111 von 144 Ländern Corruption Perception Index 2013 63 von 177 Ländern Länderbonität Institutional Investor September 2014: Rang 95; Bonitätsindex 34,8; 1-JahresVeränderung -3,4 Quellen: Germany Trade & Invest bemüht sich, in allen Datenblättern einheitliche Quellen zu nutzen, so dass die Daten für unterschiedliche Länder möglichst vergleichbar sind. Die kursiv gedruckten Daten stammen aus nationalen Quellen oder sind für das jeweilige Land in unserer Standardquelle nicht verfügbar. Dies ist bei einem Vergleich dieser Daten mit den Angaben in Datenblättern zu anderen Ländern zu berücksichtigen. Auf Anfrage nennen wir Ihnen gerne die für den jeweiligen Indikator verwendete Quelle. *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade & Invest Dr. Inge Hackenbroch T. +49 (0) 228 24993-492 F. +49 (0) 228 24993-77-492 inge.hackenbroch@gtai.de Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft berät ausländische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen. Sie unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Germany Trade & Invest Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH Villemombler Straße 76 T. +49 (0) 228 24993-0 53123 Bonn F. +49 (0) 228 24993-212 Deutschland info@gtai.de http://www.gtai.de

„Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“, so der ghanaische Öko-Aktivist Mike Anane. Die reichen Länderentsorgen viel von ihrem giftigen Elektroschrott billiger in Ländern wie Ghana: Agbogbloshie ist ein Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Noch vor 15 Jahren war dort eine grüne Lagune. Heute leben die Menschen dort auf einer meterhohen Lage Elektro- und Plastikschrott. Messungen haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden die zulässigen Grenzwerte um das 50-fache überschreitet. Es ist das andere Ende unserer Sucht nach modernster Elektronik.

© dpaLupe
Menschenunwürdige Bedingungen: Kinder suchen nach Aluminium, Kupfer oder Eisen auf der Müllhalde von Agbogbloshie/Accra. (Uniceffoto 2011)
Afrikas giftigste Müllhalde
Der Handel mit Elektroschrott in Ghana
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=qqYDWbVg2yw

Elektroschrott: Von Bayern nach Ghana – unser Schrott für Afrika | Kontrovers

Kontrovers im Internet unter: http://www.br.de/kontrovers
Der achtjährige Kofi arbeitet auf der größten Müllkippe Afrikas. Inmitten giftiger Dämpfe sammelt er Metall, um ein paar Euro für die Familie zu verdienen. Der Elektroschrott, der Kofis Gesundheit gefährdet, stammt auch aus Bayern.
https://www.youtube.com/watch?v=XUrvRs_fW94

Toxic City Deutscher Giftschrott für Ghana

„Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“, so der ghanaische Öko-Aktivist Mike Anane. Toxic City wird Agbogbloshie, ein Stadtteil der Hauptstadt Ghanas, deshalb mittlerweile auch genannt. Es ist ein schmutziges Geschäft – in jeder Hinsicht. Europäische Reeder verschiffen Abfälle nach Afrika, wo die Fracht illegal entsorgt wird. Giftige Schwermetalle verseuchen die Menschen, die Böden, die Flüsse und die Fische – und die Händler verdienen dabei ein Vermögen. Ein Großteil des Elektroschrotts kommt aus Deutschland.
https://www.youtube.com/watch?v=SSzhizCy5XU

Giftige Geschäfte Der Elektromüll Skandal

https://www.youtube.com/watch?v=87D2uagjVPg
Jedes Jahr fallen in Deutschland geschätzte zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an. Längst nicht alles wird ordnungsgemäß recycelt, sondern nach Afrika verschifft. Das ist verboten, weil die Geräte giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber enthalten. Die Reportage verfolgt zwei ausgediente Fernsehgeräte von Norddeutschland bis nach Westafrika.
Mehr Journal Reporter:http://www.dw.com/de/programm/dw-nachrichten/s-3230-9801
https://www.youtube.com/watch?v=tga1xz3n74c
Agbogbloshie ist ein Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana. Noch vor 15 Jahren war dort eine grüne Lagune. Heute leben die Menschen dort auf einer meterhohen Lage Elektro- und Plastikschrott. Messungen haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung in Luft und Boden die zulässigen Grenzwerte um das 50-fache überschreitet. Es ist das andere Ende unserer Sucht nach modernster Elektronik.
50 Millionen Tonnen Elektroschrott entstehen jedes Jahr weltweit. Zwei Drittel davon wird in Entwicklungsländer exportiert. Täglich kommen Container aus aller Welt in Ghanas Tiefseehafen Tema an. Sie sind voll mit Computern, Fernsehern oder Kühlschränken, die als gebrauchsfähige Secondhandware deklariert sind. Ein großer Teil davon ist jedoch Schrott, der exportiert wurde, um die teure Entsorgung im Ursprungsland zu umgehen.
Tausende Ghanaer, darunter viele Kinder, schlachten die alten Geräte aus. Sie durchsuchen die giftigste Müllhalde Afrikas nach Resten und leben von dem Geld, was sie für die Rohstoffe bekommen. Das Aluminium eines Monitorrahmens ist nur ein paar Cent wert, das Kupfer der Kabel, herausgelöst in giftigen Feuern bringt etwa 50 Cent. Für einen halben Beutel Eisen bekommen die Kinder knapp einen Euro. In Ghana ist Schulpflicht, doch nur wenige der Kinder gehen zur Schule. Keines von ihnen hat selbst einen Fernseher zuhause, geschweige denn einen Computer. Eltern und Kindern bleibt jedoch oft keine Wahl, denn sie brauchen das Geld dringend zum Leben.
Deutschland hat Anteil an der Misere

Ein Großteil des Elektroschrotts stammt aus Deutschland. Dabei hat Deutschland die Basel-Konvention unterzeichnet, die den Export von gefährlichem Abfall verbietet. Elektroschrott ist gefährlicher Abfall, der Deutschland nicht verlassen sollte. Mike Anane ist Journalist und Umweltschützer. Er sagt: „Jeden Tag, an dem ich am Hafen bin, sehe ich Container voller Dreck, Elektroschrott und Müll, die aus den Industriestaaten kommen. Die sollten in den Staaten Europas recycelt oder entsorgt werden, aus denen sie kommen. Aber stattdessen, werden sie auf Schiffe verladen und kommen nach Ghana.“

In Accra kosten gebrauchte Fernseher zwischen 30 und 50 Euro. Thomas handelt mit solchen Geräten. Er hat einen deutschen Pass und importiert Ware von Großhändlern aus Deutschland. Er kauft containerweise ein, knapp 1000 Fernseher pro Lieferung, und sagt: „Es gibt viele arme Leute hier in Ghana, die wollen auch fernsehen. Für die holen wir die Schrottware von Europa nach Afrika.“ Wie viele Apparate funktionieren, weiß er vorher nie. Meist muss er über 80 Prozent wegschmeißen.
Ein kaum zu durchbrechender Teufelskreis

Und so kommen jeden Tag Männer mit Karren, um den Händlern für ein paar Cent die unverkäuflichen Geräte abzunehmen und nach Agbogbloshie zu transportieren. Durch das ehemalige Marktviertel zieht inzwischen überall schwarzer Qualm. Und jeden Tag müssen Kinder dort arbeiten, Metall sammeln und zu den Händlern bringen. Die verkaufen wiederum alles an Großhändler, die die Rohstoffe zurück in die Industriestaaten exportieren.

Kupfer und Aluminium sind begehrte Industrierohstoffe. Solange die Weltmarktpreise hoch bleiben und der Elektroschrott einfach exportiert werden kann, wird sich nichts ändern. Doch auch wenn das Geschäft eines Tages unterbunden wird, bedeutet das nicht unbedingt eine Verbesserung für die Betroffenen. Im Gegenteil: Vermutlich werden diese Menschen arbeitslos und noch ärmer. Denn es fehlt eine Alternative zu ihrem giftigen Arbeitsplatz.
http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/160141/index.html

Elektroschrott in Afrika

April 2013

Das zerstörerische Ende unserer Computer, Fernseher und Kühlschränke
Europäischer Elektroschrott gelangt immer noch nach Afrika und bringt afrikanische Kinder und Jugendliche in Lebensgefahr.

Laut einer aktuellen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO besteht der weltweit am schnellsten wachsende „Müllberg“ aus Elektroartikeln, er vergrößere sich jährlich um 4 %. Schätzungen zufolge sind es über 41 Mio. Tonnen, die pro Jahr anfallen. MitarbeiterInnen der entwicklungspolitischen Organisation Südwind waren bereits zum dritten Mal in den letzten drei Jahren auf einer der größten afrikanischen Elektromüllhalden in Ghanas Hauptstadt Accra. Sie bestätigen den Verdacht der ILO, dass ein Großteil der in Industrieländern zum Recycling anfallenden Elektroaltgeräte, als funktionierende „Second-Hand-Ware deklariert, in Entwicklungsländer verschifft wird und dort großen Schaden anrichtet.

Mittlerweile sind es schon an die 7000 Kinder und Jugendliche, die tagtäglich auf die Elektromüllhalde kommen und Altgeräte verbrennen, um an die Kupferkabel zu kommen. Für eine Tagesausbeute von ½ Kilo Kabel bekommen sie 1 Euro. „Die Luft ist verpestet und macht das Atmen schwer, der Boden voller scharfer Splitter und Gift – es ist nach wie vor apokalyptisch.“ zeigt sich Christina Schröder nach ihrem letzten Lokalaugenschein schockiert: „Jeden Tag kommen mehr Kühlschränke, Fernseher und Computer, zum Teil sogar mit Inventarschildern versehen, die ihre Herkunft aus Europa bestätigen. Hier bringen sie ghanaische Kinder und Jugendliche um ihre Gesundheit“. Haut- oder Lungenkrankheiten, an denen die meisten früher oder später erkranken, bleiben unbehandelt, da die Kinder und Jugendlichen nicht versichert sind und oft auch ohne ihre Eltern leben – zumeist gleich neben der Müllhalde in einem Slum namens „Sodom and Gomorrah“. Einer von ihnen ist der 12-jährige Faruk: „Ich habe ständig Kopfweh, brennende Augen, Husten und Brennen in den Atemwegen. Wenn ich es nicht mehr aushalte, kaufe ich mir von meiner Ausbeute Schmerztabletten. Die werden hier auf der Deponie gehandelt“, erzählte er den Südwind-MitarbeiterInnen.

„Es ist skandalös, was unser Wohlstandsmüll in Afrika anrichtet und nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch kriminell.“ empört sich auch Ines Zanella von Südwind. Auf internationaler Ebene kontrolliert das so genannte Basler Übereinkommen grenzüberschreitende Transporte von Elektromüll. In Europa ist zudem 2006 die WEEE-Richtlinie in Kraft getreten, die den Export von Elektromüll in Länder außerhalb der OECD verbietet und die Sammel- und Verwertungssysteme für Recycling vorsieht. Finanziert werden sollen diese dabei laut Richtlinie von den Herstellern der Geräte. Nur funktionierende Altgeräte dürfen als Second-Hand-Ware weitergegeben und aus Europa ausgeführt werden. Tatsächlich wird aber auch immer wieder Müll als funktionierende Gebrauchtware deklariert und so illegal ausgeführt.

Das Secretariat of the Basel Convention identifiziert in einer Studie als einen signifikanten Weg für die informelle Entsorgung von Elektromüll die Elektrohändler, die Geräte zurücknehmen. Diese geben, sofern sie nicht gebührenfreie öffentliche Sammelsysteme benützen können, ihre gebrauchten und kaputten Geräte an Zwischenhändler weiter, um deren “Entsorgung” zu organisieren. „Es kann angenommen werden, dass die Händler bald die Spur der von ihnen weitergegebenen Geräte verlieren, auch wenn sie laut WEEE-Richtlinie die Verantwortung für die Entsorgung tragen.“ so Zanella nach ausführlichen Recherchen und erklärt weiter: „Der Handel mit Gebrauchtgeräten und Elektroschrott ist offenbar finanziell lukrativer als Recycling und wegen lückenhafter Kontrollsysteme in großem Ausmaß möglich“.

Nachfragen bei österreichischen Elektrohändlern bestätigten dieses Bild: Nur ein Unternehmen arbeitet mit einem zertifizierten Recyclingunternehmen zusammen. Kleinere Elektrohändler organisieren die Entsorgung selbst. Ein Computerhändler gab an, die Entsorgung der Altware durch ein weltweit agierendes Speditionsunternehmen abwickeln zu lassen. Andere Händler reagierten gar nicht auf Nachfragen – ebenso wie OnlineankäuferInnen von Elektrogeräten.

„Die Wege des Elektromülls nach Afrika sind vollkommen intransparent und werden wohl aus guten Gründen verborgen gehalten. Offensichtlich sind aber die Berge an Elektromüll, die sich dort anhäufen – deswegen müssen Regierungen, Hersteller und Handel zusammenarbeiten, um diese illegalen Exporte zu stoppen“ fordert Zanella.
Jenen, die zu einer Besserung der Missstände beitragen wollen, rät Südwind alte Elektrogeräte zu entsprechenden Sammelstellen der Gemeinden oder zu einem „ReUse“-Zentrum bringen, das für Reparatur und Wiederverwendung in Österreich sorgt.
Hintergrundinformationen zum Downloaden

http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=255554