Wirtschaftsdaten von German Trade&Invest

Wirtschaftsdaten kompakt:

Ghana Stand: November 2014 *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

http://ahk.de/fileadmin/ahk_ahk/GTaI/ghana.pdf

Basisdaten Fläche 238.533,0 qkm* Einwohner 2014: 26,2 Millionen* Bevölkerungsdichte 2014: 109,8 Einwohner/qkm* Bevölkerungswachstum 2014: 2,2%* Geburtenrate 2014: 31,4 Geburten/1.000 Einwohner* Fertilitätsrate 2012: 3,9 Geburten pro Frau Altersstruktur 2014: 0-14 Jahre: 38,6%; 15-24 Jahre: 18,7%; 25-54 Jahre: 33,8%; 55-64 Jahre: 4,8%; 65 Jahre und älter: 4,1%* Analphabetenquote 2010: 29,0% Hochschulabsolventen 2012: Abschlüsse insgesamt: 72.071; Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Recht: 48,2%; Naturwissenschaften: 8,4%; Erziehungswissenschaften: 30,4%; Dienstleistungssektor: 1,3%; Ingenieurwissenschaften, Herstellung und Konstruktion: 5,7%; Gesundheitswissenschaften: 2,4%; Agrarwissenschaften: 3,3%; Unspezifizierte Abschlüsse: 0,3% Geschäftssprache(n) Englisch Rohstoffe agrarisch Kakao, Reis, Maniok, Erdnüsse, Mais, Sheanüsse, Bananen, Holz, Fisch, Kautschuk, cassava (manioc, tapioca) mineralisch Gold, Industriediamanten, Bauxit, Mangan, Erdöl, Silber, Salz, Kalkstein Gas – Produktion (Kubikfuß) 2014: 140 Mio. – 200 Mio. – Reserven (Kubikfuß) 2014: 6 Bill. Erdöl – Produktion (bpd) 2014: 115.000 – 200.000 – Reserven (cbm) 2014: 790 – 1.100 Mitglied in internationalen Wirtschaftszusammenschlüssen und -abkommen AU, ECOWAS, IWF, WTO;zu bilateralen Abkommen siehe http://www.wto.org -> Trade Topics, Regional Trade Agreements, RTA Database, By Country Währung Bezeichnung Cedi (C); 1 C = 100 Ghana Kurs (September 2014) 1 Euro = 4,058 C; 1 US$ = 3,199 C Jahresdurchschnitt 2013: 1 Euro = 2,660 C; 1 US$ = 1,996 C 2012: 1 Euro = 2,394 C; 1 US$ = 1,854 C 2011: 1 Euro = 2,156 C; 1 US$ = 1,541 C Wirtschaftslage Bruttoinlandsprodukt (BIP, nom.) *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. – Mrd. C 2013: 93,5*; 2014: 117,1*; 2015: 143,3* – Mrd. US$ 2013: 47,8*; 2014: 35,5*; 2015: 32,6* BIP je Einwohner (nominal) – C 2013: 3.656,2*; 2014: 4.467,5*; 2015: 5.329,1* – US$ 2013: 1.871,1*; 2014: 1.353,2*; 2015: 1.212,8* BIP-Entstehung (%) 2012: Land-/Forst-/Fischwirtschaft 22,7; Bergbau/Industrie 16,9; Transport/Logistik/Kommunikation 13,2; Handel/Gaststätten/Hotels 10,9; Bau 10,5; Anderes 26,0 BIP-Verwendung (%) 2012: Privatverbrauch 60,9; Bruttoanlageinvestitionen 29,0; Staatsverbrauch 13,6; Bestandsveränderungen 1,9; Außenbeitrag -10,4 Wirtschaftswachstum Wirtschaftswachstum nach Sektoren (%, real) 2012: Transport/Logistik/Kommunikation 12,7; Bau 11,2; Handel/Gaststätten/Hotels 8,5; Bergbau/Herstellung 5,0; Land-/Forst-/Fischwirtschaft 1,4 Inflationsrate (%) 2013: 11,7; 2014: 15,7*; 2015: 16,8* Haushaltssaldo (% des BIP) 2013: -10,1; 2014: -8,9*; 2015: -7,1* Leistungsbilanzsaldo (% des BIP) 2013: -11,9*; 2014: -9,9*; 2015: -8,5* Investitionen (netto, öffentlich und privat, % des BIP) 2013: 24,2*; 2014: 24,6*; 2015: 25,9* Ausgaben für FuE (% des BIP) 2007: 0,2; 2010: 0,4 Staatsverschuldung (% des BIP, netto) 2013: 53,2; 2014: 63,3*; 2015: 69,3* Jährliche Neuverschuldung (% des BIP) 2013: 10,0; 2014: 7,8*; 2015: 6,5* Ausländische Direktinvestitionen – Transfer (Mio. US$) 2011: 3.222,3; 2012: 3.293,4; 2013: 3.226,3 – Bestand (Mio. US$) 2011: 13.327; 2012: 16.622; 2013: 19.848 Währungsreserven (Mrd. US$) 2014: 2013: 5,4; 2014: 5,5*; 2015: 5,7* Brutto-Außenverschuldung (Mrd. US$) 2014: 2013: 14,5*; 2014: 16,0*; 2015: 17,5* Einfuhrdeckung (Monate) 2010: 4,0; 2011: 3,0; 2012: 3,0 *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Schuldendienstzahlungen (% der Exporte) 2010: 3,9; 2011: 2,3; 2012: 4,2 Außenhandel Außenhandel (Mrd. US$) 2011 % 2012 % 2013 % Einfuhr 13,6 67,9 14,0 2,9 10,0 -28,6 Ausfuhr 18,4 253,8 18,8 2,2 15,6 -17,0 Saldo 4,8 4,8 5,6 Außenhandelsquote (Ex- + Importe/BIP in %) 2011: 80,8; 2012: 78,7; 2013: 53,6 Exportquote (Exporte/BIP in %) 2011: 46,5; 2012: 45,1; 2013: 32,6 Einfuhrgüter nach SITC (% der Gesamteinfuhr) 2013: Nahrungsmittel 15,9; Maschinen 14,9; Chem. Erzg. 14,4; Kfz und -Teile 13,7; Eisen und Stahl 5,2; Sonstige 35,9 Ausfuhrgüter nach SITC (% der Gesamtausfuhr) 2013: Nahrungsmittel 33,4; Maschinen 30,8; Erdöl 20,0; Rohstoffe 3,8; Chem. Erzg. 1,1; Sonstige 10,9 Wichtige Handelspartner *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Beziehung der EU zu Ghana Außenhandel (Mrd. Euro) 2011 % 2012 % 2013 % Einfuhr der EU 3,5 133,3 3,3 -5,7 3,4 3,0 Ausfuhr der EU 2,9 38,1 3,6 24,1 3,4 -5,6 Saldo -0,6 0,3 0,0 Halbjahreswert (Mrd. Euro) – Einfuhr der EU 2014: 1,4 (-14,7%) – Ausfuhr der EU 2014: 1,6 (-14,5%) Beziehung Deutschlands zu Ghana Außenhandel (Mio. Euro) 2011 % 2012 % 2013 % dt. Einf. 137,8 -7,0 335,7 143,6 351,7 4,8 dt.Ausf. 276,4 32,6 328,7 18,9 317,1 -3,5 Saldo 138,6 -7,0 -34,6 Halbjahreswert (Mio. Euro) – dt. Einfuhr 2014: 95,3 (+11,6%) – dt. Ausfuhr 2014: 147,8 (-11,7%) Deutsche Einfuhrgüter nach SITC (% der Gesamteinfuhr) 2013: Erdöl 50,8; Nahrungsmittel 37,3; Rohstoffe 8,5; NEMetalle 2,1; Mess-/Regeltech. 0,0; Sonstige 1,3 Deutsche Ausfuhrgüter nach SITC (% der Gesamtausfuhr) Rangstelle bei deutschen Einfuhren 2013: 84* Rangstelle bei deutschen Ausfuhren 2013: 91* Deutsche Direktinvestitionen (Mio. Euro) – Bestand 2010: 16; 2011: 26; 2013: 21 – Nettotransfer (Zunahme/Kapitalausfuhr: -) 2011: -8; 2012: -1; 2013: -6 Direktinvestitionen Ghanas in Deutschland (Mio. Euro) – Bestand keine Angaben *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. – Nettotransfer (Zunahme/Kapitaleinfuhr: +) 2011: -1; 2012: 0; 2013: 0 Doppelbesteuerungsabkommen Abkommen vom 12.8.2004, in Kraft seit dem 14.12.2007 Investitionsschutzabkommen Abkommen vom 24.2.1995, in Kraft seit dem 23.11.1998 Bilaterale öffentliche Entwicklungszusammenarbeit – Finanzielle Zusammenarbeit 2010: 20,0; 2011: 47,7; 2012: 34,0 (Mio. Euro) – Technische Zusammenarbeit 2010: 17,7; 2011: 16,9; 2012: 18,4 (Mio. Euro) Anzahl wichtiger vom Bund geförderter Auslandsmessen 2015: 2 Weitere Informationen unter: http://www.auma.de, Unterpunkt: Auslandsmesseprogramme Auslandshandelskammer Accra, http://ghana.ahk.de Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Accra, http://www.accra.diplo.de Botschaft Ghanas in Deutschland Berlin, http://www.ghanaemberlin.de Infrastruktur Straßennetz (befestigt) 2009: 13.787 km Schienennetz (Breite- und Standardspuren) 2014: 947 km* Containerhäfen 2014: 2 Festnetzanschlüsse 2013: 10 pro 1.000 Einwohner Mobiltelefonanschlüsse 2013: 1.082 pro 1.000 Einwohner Internetnutzer 2013: 123 pro 1.000 Einwohner Personenkraftwagen 2009: 18 pro 1.000 Einwohner Stromverbrauch pro Kopf 2012: 348 kWh Einschätzung des Geschäftsumfelds Hermes Länderkategorie 5 Rangstelle: Ease of Doing Business 2015 70 von 189 Ländern Global Competitiveness Index 2014- 2015 111 von 144 Ländern Corruption Perception Index 2013 63 von 177 Ländern Länderbonität Institutional Investor September 2014: Rang 95; Bonitätsindex 34,8; 1-JahresVeränderung -3,4 Quellen: Germany Trade & Invest bemüht sich, in allen Datenblättern einheitliche Quellen zu nutzen, so dass die Daten für unterschiedliche Länder möglichst vergleichbar sind. Die kursiv gedruckten Daten stammen aus nationalen Quellen oder sind für das jeweilige Land in unserer Standardquelle nicht verfügbar. Dies ist bei einem Vergleich dieser Daten mit den Angaben in Datenblättern zu anderen Ländern zu berücksichtigen. Auf Anfrage nennen wir Ihnen gerne die für den jeweiligen Indikator verwendete Quelle. *) Schätzung bzw. Prognose © Germany Trade & Invest 2014 – Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Ihr Ansprechpartner bei Germany Trade & Invest Dr. Inge Hackenbroch T. +49 (0) 228 24993-492 F. +49 (0) 228 24993-77-492 inge.hackenbroch@gtai.de Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft berät ausländische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen. Sie unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Germany Trade & Invest Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH Villemombler Straße 76 T. +49 (0) 228 24993-0 53123 Bonn F. +49 (0) 228 24993-212 Deutschland info@gtai.de http://www.gtai.de

Die britische Kronkolonie Goldküste („Gold Coast Colony“) in Westafrika bestand von 1878 bis 1958

Goldküste (Kolonie)

Flagge der britischen Kolonie Goldküste

Die britische Kronkolonie Goldküste („Gold Coast Colony“) in Westafrika bestand von 1878 bis 1958 und war Teil Britisch-Westafrikas. 1957 erlangte sie zusammen mit dem britischen Protektorat Britisch-Togoland (ehemals Teil von Togoland) als Republik Ghana die Unabhängigkeit.

Die Kolonie umfasste die südlichen Landesteile des heutigen Ghana und leitete ihren Namen von der seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlichen Bezeichnung „Goldküste“ für diesen Küstenabschnitt ab. Im weiteren Sinn wurde der Begriff Goldküste als politische Bezeichnung auf das gesamte britisch beherrschte Gebiet des heutigen Ghana angewandt, also ab 1900 auch auf Aschantigebiet in Zentralghana und die unter britischer Herrschaft stehenden nördlichen Gebiete der heutigen ghanaischen Republik. Die Kolonie umfasste ein Gebiet von ca. 187.900 km².

Einige Quellen geben das Jahr 1821 als Gründungsjahr an. In diesem Jahr wurden die britischen Forts an der Goldküste dem britischen Kolonialamt unterstellt, das die Verwaltung jedoch bald an einen Rat der Siedler und Händler in diesen Forts abgab.

Geschichte der Entstehung der Kolonie[Bearbeiten]

Die Europäer haben sich schon früh an der Goldküste festgesetzt, die 1470 durch den Portugiesen João de Santarém den Europäern bekannt gemacht worden war. Diogo de Azambuja landete 1481 mit 700 Mann bei Elmina und baute Fort São Jorge da Mina. Die Holländer setzten sich in Mori (Ghana) (östlich von Cape Coast Castle) und an anderen Orten fest und vertrieben 1637 die Portugiesen. Englische Abenteurer siedelten sich ebenfalls an, doch wurden ihre Forts mit Ausnahme von Cape Coast Castle 1667 von den Holländern genommen. Anschließend bildete sich 1672 die Royal African Company von Kaufleuten. Die Kompanie baute oder verstärkte Dixcove, Sekondi, Anomabo, Winneba (Simpah), Akkra und Cape Coast Castle, nahe den holländischen und den vorher errichteten dänischen Forts. Von 1683 bis 1720 gab hierBrandenburg-Preußen ein kurzes koloniales Intermezzo mit der Besitzung Groß Friedrichsburg. 1752 bildete sich eine neue Afrikanische Kompanie von Kaufleuten. Währenddessen nahmen die Fanti das Land des Herrschers von Efutu und wurden Verbündete der Briten. Die Holländer andererseits verbündeten sich mit den Aschanti. Briten und Holländer, auch die Dänen, bezahlten den Häuptlingen einen Grundzins.

Die Aschanti unterwarfen 1807 das Land der Fanti und verlangten nun von den Engländern einen Grundzins. Im September 1817 konnte man sich schließlich einigen. Darauf wurde 1821 die Afrikanische Kompanie aufgehoben und die Goldküste eine Dependenz von Sierra Leone. Die Engländer unterstützten die Fanti und schlugen 1826 die Aschanti-Armee vollständig. Doch wurde erst 1831 ein Vertrag abgeschlossen, nach dem sämtliche südlich vom oberen Pra gelegenen Länder unter britischen Schutz gestellt wurden, ebenso Dankira.

Die Forderung nach Gründung einer Kolonie Goldküste wurde dann verstärkt seit den 1840er Jahren von britischen Siedlern und Händlern vor Ort erhoben. Die Kosten einer dauerhaften Beherrschung des Gebietes schienen dem Kolonialamt im „Mutterland“ im Vergleich zum möglichen Gewinn allerdings zu hoch und das Ansinnen wurde von den zuständigen Behörden mehrfach abgelehnt. Bis 1850 war dann die britische Regierung mit Ausnahme einiger holländischer Niederlassungen allmählich Herrin der ganzen Goldküste geworden.

Mehrere Gründe führten 1874 dennoch zur Gründung der Kolonie:

  • In den späten 1860er Jahren kam es in Großbritannien zu einer neuen prokolonialen und proimperialistischen Stimmung vor dem Hintergrund der Suche nach neuen Absatzmärkten und Rohstofflieferanten für die heimische Industrie. Zudem hatte die waffentechnische Überlegenheit der Europäer eine neue Qualität erreicht.
  • 1872 hatten die Holländer als letzte europäische Macht neben den Briten ihre befestigten Stützpunkte an der Goldküste gegen Einräumung von Handelsprivilegien aufgegeben. Entscheidend dazu beigetragen hatte der erfolgreiche militärische Widerstand der Fantiföderation gegen die Übernahme einzelner britischer Forts (z.B. in Dixcove) durch die Holländer. Von holländischer Konkurrenz befreit konnten die Briten mit erhöhten Profiten im Handel rechnen und effektiv Zolleinnahmen durchsetzen.
  • 1874 hatte das Aschantikönigreich die entscheidende Niederlage gegen die Briten hinnehmen müssen. Damit waren die Briten in der Lage, auf dem Gebiet des heutigen Ghana ihre Interessen gegen Jedermann durchzusetzen. Es gab keine einheimische Macht mehr, die ihnen noch etwas entgegensetzen konnte.

Die inneren Verhältnisse in der Goldküste: Kronkolonie, Protektorat und Territorium[Bearbeiten]

Karte der Kolonie Goldküste 1896

Im Juli 1874 kam es daher zur Gründung der „Gold Coast Colony“, die das gesamte Territorium des heutigen Südghana umfasste. Dieses Herzstück der Kolonie wurde überwiegend von den Fanti bewohnt. 1896 besetzten die Briten als Höhepunkt einer Serie kriegerischer Auseinandersetzungen Kumasi, die Hauptstadt desAschantikönigreiches, nahmen den Asantehene, den Herrscher der Aschanti, gefangen und erklärten das Aschantigebiet zum Protektorat. Später kamen die noch heute „Northern Territories“ genannten Gebiete der Mamprusi, Dagomba und anderer Völker Nordghanas hinzu.

Die Form der kolonialen Machtausübung innerhalb dieser drei Gebiete war sehr unterschiedlich. In der „Kronkolonie“ war den Einheimischen in Maßen eine politische Betätigung im modernen Wortsinn möglich: Politische Vereinigungen konnten sich ohne Genehmigung durch die Briten bilden und es gab weitgehende Pressefreiheit. Englisches Recht war gültig und Rechtsanwälte waren in der Lage, Auswüchse der Kolonialherrschaft zu bekämpfen. Im „Protektorat“ dagegen war Rechtsanwälten die Ausübung ihres Berufes verboten und politische Vereinigungen mussten sich als kulturelle oder soziale Vereinigungen tarnen. In der Kronkolonie gab es zudem schon aufgrund des längeren britischen Einflusses eine große Anzahl westlich gebildeter Afrikaner, die mit der Kolonialverwaltung kooperierten und diese auch in Ansätzen kontrollierten. Im „Protektorat“ dagegen bemühten sich die Briten bis in die 1920er-Jahre hinein um die Zerstörung des Aschantiimperialismus und seiner verbliebenen Traditionen. Die „Northern Territories“ wiederum waren in die späteren politischen Reformversuche innerhalb der Goldküste gar nicht eingebunden, hatten z.B. keine Stimme im gesetzgebenden Rat der sogenannten Burnsverfassung der 40er Jahre

Britische Machtausübung in der Kolonie Goldküste: „indirect rule“ seit den 1920er Jahren[Bearbeiten]

Von 1919 bis 1929 war Gordon Guggisberg Gouverneur der Kolonie und bemühte sich seit seinem Amtsantritt um eine Änderung der bestehenden Kolonialpolitik in der Goldküste. Sein Vorbild waren dabei die Theorien zur indirect rule des damaligen Gouverneurs von Britisch-Nigeria, Lugard.

Diese Theorie sah kurzgefasst eine möglichst umfassende Delegation von Verwaltungsaufgaben an die einheimischen Eliten und traditionellen Oberhäupter der Kolonien vor – allerdings nur auf den unteren Verwaltungsebenen. Tatsächlich einflussreiche Posten blieben auch nach der Theorie der „indirect rule“ den Briten vorbehalten. Dennoch förderte diese Verwaltungsform sicherlich die Entstehung einer westlich gebildeten Elite und einer Zivilgesellschaft gerade im Süden des Landes.

Der Weg zur Unabhängigkeit der Goldküste[Bearbeiten]

Briefmarke der Gold Coast Colony (mit der Aufschrift „Ghana Independence 6th March 1957“ vom neuen Staat benutzt)

Die gesamte Zeit ihrer Herrschaft waren die Briten an der Goldküste mit unterschiedlichen Formen des Widerstandes konfrontiert. Vom Widerstand gegen die Einführung einer Kopfsteuer in den 1860er Jahren oder den bewaffneten Aufstand der Aschanti um 1900 über die Jugendbewegung der 30er Jahre bis hin zu wirtschaftlichen Boykottbewegungen in den 40er Jahren.

1947 gründete sich mit der United Gold Coast Convention Party eine Partei, die die Unabhängigkeit des Landes als Programm hatte. An führender Stelle stand dabei der spätere Gründerpräsident und Nationalheld von Ghana, Kwame Nkrumah. Die Partei nahm einen enormen Aufschwung durch die sogenannten Accra-Riots. Diese „Accra-Unruhen“ waren 1948 nach dem Tod zweier Demonstranten durch britische Polizeikugeln in Accra ausgebrochen, hatten sich bald in verschiedene Landesteile ausgebreitet und 29 Tote gefordert. Im Gefolge dieser Unruhen wurden etliche Führer der Partei inhaftiert, unter ihnen Kwame Nkrumah.

1949 gründete der landesweit bereits ungeheuer populäre Nkrumah eine neue Partei, die Convention People’s Party, die die Forderung nach Unabhängigkeit deutlich radikaler vertrat. Bei Wahlen 1950 gewann Nkrumahs CPP haushoch und nahezu landesweit.

1951 musste die Kolonialverwaltung den inzwischen wieder inhaftierten Nkrumah aus dem Gefängnis entlassen und ihn mit dem Amt eines „Führers der Regierungsgeschäfte“ betrauen. Während der Regierungszeit seiner Partei von 1951 bis 1954 kam es noch unter britischer Herrschaft zu außerordentlichen Fortschritten in der Infrastruktur der Goldküste in den Bereichen Verkehr und Bildung, so dass die CPP bei den nächsten Wahlen trotz inzwischen erwachsener regionaler, politischer Konkurrenz im Aschantigebiet wiederum deutlich gewann. Am 6. März 1957 endete die Geschichte der britischen Kolonie Goldküste mit der Gründung der unabhängigen Republik Ghana.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Bosmann: Reyse nach Guinea oder ausführliche Beschreibung dasiger Gold-Gruben / Elephanten-Zähn und Sclaven-Handels / nebst derer Einwohner Sitten / Religion / Regiment / Kriegen / Heyrathen und Begräbnissen / auch allen hieselbst befindlichen Thieren / so bishero in Europa unbekannt gewesen (Naauwkeurige beschryving van de Guinese Goud Tand en Slawenkust). Heyl & Liebezeit, Hamburg 1708.
  • Wilhelm Crecelius: Josua Ulsheimers Reisen nach Guinea und Beschreibung des Landes. In: Allemannia (Bonn), Band 7 (1879), S. 97–120.
  • James B. Webster, Albert Adu Boahen: The Revolutionary Years. West Africa since 1800. Longman, London 1984, ISBN 0-582-60332-3.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Goldk%C3%BCste_(Kolonie)

LIPortal

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Palmen vor einem Leuchtturm an der Atlantikküste

Offizieller Name
Republik Ghana
Fläche
238.537 km²
Einwohner
26,7 Mio.
Bevölkerungswachstum
2,5 % (2013)
Regierungssitz
Accra
Klima (für Hauptstadt)
Tropisch

Das heutige Ghana verdankt seinen Name dem Reich Ghana, das sich im Mittelalter im nordwestlichen Sahel befand. Arabische Quellen besagen, dass der Ruhm des legendären Reiches, über das ansonsten nur wenig Konkretes vorliegt, selbst in Bagdad bekannt war. Der Staatsgründer des modernen Ghana, Kwame Nkrumah, nutzte die Gunst der Stunde und kreierte mit der Namensumbenennung der Goldküste in Ghana einen Mythos, der bis heute nachwirkt. Denn die Namensgebung, die als Rückbesinnung auf eine vorkoloniale Zivilisation diente, war ein starkes Symbol, um der Welt zu zeigen, dass die Kolonialzeit endgültig zu Ende ging. Die Anrainerstaaten Côte d´Ivoire im Westen, Burkina Faso im Norden und Togo im Osten wurden erst wenige Jahre später souverän.

Karten

Übersichtskarte Ghanas mit administrativer Gliederung © Domenico-de-ga (CC BY-SA 3.0)

Grunddaten

Im aktuellen Bericht von 2014 des Entwicklungsprogramms der UN zur menschlichen Entwicklung liegt der Ghana, nach stetig fallender Tendenz in den letzten Jahren, aktuell leicht verbessert auf Rang 138 von 187 der untersuchten Nationen.

Allgemeine Grundinformationen zum Land bietet z.B. das Auswärtige Amt,  Daten- und Zahlenmaterial zu umfangreichen Themenfeldern halten z.B. die Weltbank und die Statistische Abteilung der UN oder auch das World Factbook der CIA bereit. Auf ghanaischer Seite informiert der Ghana Statistical Service zu zahlreichen Themenfeldern.

Die Bevölkerung Ghanas ist extrem ungleich verteilt. Fast die Hälfte der Ghanaer lebt in den drei Regionen Ashanti, Greater Accra und Eastern, die zugleich auch die wirtschaftlich dominierenden Räume repräsentieren. Während weitere fünf Regionen mit jeweils etwas mehr als zwei Millionen sehr ähnliche Bevölkerungszahlen aufweisen, springt die extrem geringe Einwohnerzahl in den beiden nördlichsten Regionen – Upper East und Upper West – ins Auge. Dort leben zusammen weniger als zwei Millionen Menschen. Seit Jahren ist die Entvölkerung dieses Gebietes zu beobachten, wo schon der Sand der Sahara zu spüren ist. Dieser Trend übt ständig weiteren sozioökonomischen Druck insbesondere auf die benachbarte Northern Region mit der Hauptstadt Tamale und die beiden Zentren Ashanti mit der Metropole Kumasi und Greater Accra aus.

Das ungebrochene Bevölkerungswachstum, das seit der Jahrtausendwende einen Anstieg der Gesamtbevölkerung von 30% innerhalb nur einer Dekade verzeichnet, zeigt für dieBallungsräume überdurchschnittliche Raten von annähernd 40%, für die beiden Armenhausregionen im hohen Norden jedoch nur 13% in Upper East bzw. 22% in Upper West.

Naturraum und Ökologie

Auch diese Wälder und Forstgebiete sind bedroht
Waldgebiet in Ashanti © Joachim Huber (CC BY-SA 2.0)

Fünf natürliche geographische Zonen strukturieren dievielfältige Landschaft: Das Volta-Delta und der riesige Volta-Stausee im Osten und die regenreiche Akan-Tiefebene im Westen prägen die Küstenregion, das Ashanti-Hochland und die Wasser- und Wetterscheide des Kwahu-Plateaus den Nordwesten. Im Nordosten dominiert dagegen die Berg- und Hügelkette der Akwapim-Togo-Schwelle mit dem 880 m hohen Afadjato, weiter nördlich das Volta-Becken. Daran schließen sich die hoch gelegenen Ebenen der Nordregionen an, wo bereits der Sand der Sahara zu spüren ist. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht die Regenmenge kaum 800 mm im Jahr, und der Klimawandel ist inzwischen auch in Ghana zu spüren.

Der im Staatswappen eingravierte Kakaobaum als Bild für den Reichtum an Wäldern und landwirtschaftlichen Produkten hat seine Symbolkraft längst verloren. Wie auch in anderen Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas sind auch in Ghana in den vergangenen sechs Jahrzehnten riesige Flächen der Gier und dem Konsum von Edelhölzern zum Opfer gefallen. In diesem Zeitraum schrumpfte der Regenwald um etwa die Hälfte auf nunmehr nur noch rund 40.000 km². Und der Raubbau geht weiter, wenn auch verlangsamt. Doch die stetige weltweite Nachfrage nach Kakao und Palmöl treibt das Geschäftsmodell Plantagenwirtschaft unvermindert an, so dass auch Kinderarbeit auf diesen Plantagen keineswegs selten ist, wenn auch nicht so ausgeprägt wie in der benachbarten Côte d’Ivoire.

Bedrohte Idylle in Nordghana
Savanne im nördlichen Ghana © Stig Nygaard (CC BY 2.0)

Die Tierwelt Westafrikas kann nicht mit der noch immer beeindruckenden Vielfalt im östlichen und südlichen Afrika konkurrieren. Dennoch geht die Jagd nach Wild unvermindert weiter, so dass die Lage der dezimierten Wildtiere mehr als besorgniserregend ist. Abholzung der Wälder, Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und Verzehr des allseits geliebten ‚Bush Meat‘ schufen eine prekäre Lage für die Wildtiere wie Löwen, Antilopenarten, Stachelschweine, Primaten, Elefanten, Erdferkel, Hyänen, Zibet- und Ginsterkatzen, die noch vor wenigen Jahrzehnten fast überall in freier Wildbahn lebten. Eine konzertierte internationale Aktion versucht nun, wenigstens einen Teil der bedrohten Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Dazu zählt die West African Primate Conservation Action (WAPCA), die als internationaler Zusammenschluss von insgesamt elf europäischen zoologischen Gärten gegründet wurde, um das Aussterben weiterer Arten zu verhindern. Die WAPCA unterhält auch ein Büro in Accra. Angesichts der bedohlichen Lage nehmen Bestrebungen zu, die wenigen Schutzräume auszubauen. In diesem Kontext gelangten die Nationalparks Mole, westlich von Tamale, und der nördlich von Cape Coast gelegene Kakum, auf die Vorschlagsliste der UNESCO zum Weltnaturerbe.

Typische Hinterlassenschaft der Goldförderung: eine Kraterlandschaft
Damang Goldmine © lamgold (CC BY-SA 3.0)

Die Geschichte Ghanas ist bis in die Gegenwart hinein untrennbar mit Gold und der Goldförderung verbunden. Umweltschutz war unbekannt und ist auch heute noch zumeist ein Fremdwort. Zur kostengünstigen industriellen Förderung greifen die Minenbetreiber zu Quecksilber und Zyanid, die das Grundwasser verseuchen und Gesundheit und Leben der Menschen und Tiere bedrohen. Inzwischen vergibt der Staat sogar Lizenzen für den Goldabbau in Forstreservaten, wie zuletzt im umstrittenen Fall in Ajenua Bepo in der Eastern Region, als das US-amerikanische Unternehmen Newmont Mining Corporation, gegen heftige Widerstände zivilgesellschaftlicher Gruppen, die Förderlizenz erhielt. Das Unternehmen gibt jedoch vor, bei der Goldförderung umwelt- und sozialverträglich vorzugehen und zugleich auf lokaler Ebene entwicklungspolitische Impulse zu geben.

Nicht nur die großen Minengesellschaften verschandeln die Umwelt. Auch private Goldschürfer, im Volksmund Galamsey genannt, vergiften die Umwelt. Sie graben auf eigene Rechnung nach Gold, was mitunter recht gefährlich sein kann. So starben im Jahr 2010 rund 100 Menschen, und im April 2013 gab es einen weiteren schweren Unfall, dem mindestens 16 Menschen zum Opfer fielen. Früher illegal und oft von den Minengesellschaften als lästige Konkurrenz zu ihren Konzessionen angesehen, ist das Galamseysystem seit 1989 mit zwei Einschränkungen staatlich anerkannt: diese Form der Goldförderung ist Ghanaern vorbehalten, konzessionierte Gebiete sind tabu. Die Zahl dieser privaten Goldschürfer ist nicht bekannt, aber es sind sicherlich mehrere Hunderttausend, darunter viele Chinesen, die sich projektbezogen in Ghana aufhalten und dieser Nebenbeschäftigung nachgehen, obwohl es illegal ist. Im Laufe des Jahres wurden mehrmals Dutzende von Chinesen inhaftiert, aber auch einige Inder und Afrikaner aus den Nachbarländern landeten hinter Gittern. Die entwicklungspolitischen Beziehungen zum Reich der Mitte sind angesichts dieses Ausmaßes etwas abgekühlt, und die ghanaische Bevölkerung tritt inzwischen den Chinesen gegenüber recht distanziert auf. Die offizielle Politik aber, die chinesisches Know-how und Investitionskapital schätzt, versucht das Thema illegales Schürfen herunterzuspielen, bislang durchaus erfolgreich. Die Inhaftierten mussten letztlich lediglich das Land verlassen.

Anfang Februar 2016 kam es in Obuasi zu einem schweren Zwischenfall, bei dem ein leitender Mitarbeiter der AngloGold zu Tode kam. Der Protest aufgebrachter, zumeist illegaler Schürfer, die einen erweiterten Zugang zu einer Mine forderten, geriet außer Kontrolle. Der leitende Mitarbeiter versuchte mit seinem Auto dem Mob zu entkommen und verunglückte dabei tödlich. Wenige Tage zuvor war das Militär, das die temporär stillgelegte Mine bewachen sollte, abgezogen worden.

Elektroschrott- und Recyclingplatz in Agbogbloshie
Elektroschrottplatz in Agbogbloshie ©Klaus Willke
Elektroschrott- und Recyclingplatz in Agbogbloshie in Accra
Elektroschrottplatz in Agbogbloshie in Accra ©Marlenenapoli CC= 1.0 Universell (CCO 1.0) Public Domain Dedication

Ghana ist inzwischen – neben Nigeria – einer der wichtigsten Lagerplätze für Elektroschrott aus aller Welt geworden. Der riesige Müllplatz in Agbogbloshie am Stadtrand von Accra, wo auch Recycling und reger Handel stattfinden, gehört zu den größten. Der völlig intransparente Handel dieser Umwelt schädigenden Ware in einer sich globalisierenden Welt entlastet zwar die Industrie- und Schwellenländer. Doch dieser schnell wachsende und kaum kontrollierte Bereich bietet zugleich illegalen Geschäftsleuten aus aller Welt vielfältige Möglichkeiten, sich den relativ strengen Auflagen in Europa und zugunsten jener Länder in Westafrika wie Ghana zu entziehen, wo es – ähnlich wie in den USA – keine oder allenfalls laxe Vorschriften zur Lagerung und Verwertung von Elektroschrott gibt. Das Ergebnis sind hohe Profite, schwere Umweltschäden und massive gesundheitliche Gefahren für jene, die sich auf diesen Schrottplätzen tummeln. Dennoch halten Gestank, Rauch und die Vergiftung der Bäche, Lagunen, des Grundwassers und der Luft, ausgelöst durch das Abfackeln von Kabelummantelungen, Kühlschränken, Computergehäusen mit ihren wertvollen Sekundär-Rohstoffen und Gummidichtungen, insbesondere Kinder und Jugendliche nicht davon ab, diese gesundheitsgefährdende Arbeit zu verrichten. Und am Rande der Müllkippen warten schon die Händler, ihnen die freigesetzten Metalle und wiederverwertbaren Sekundär-Rohstoffe für einige wenige Cedi abzukaufen. Für die zumeist Minderjährigen gibt es außerhalb dieses Gewerbes nur wenige Möglichkeiten, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sodass der Zustrom billiger Arbeitskräfte nicht zu erlahmen und auch der Nachschub an Elektroschrott in naher Zukunft nicht zu versiegen scheint.

Der schlimmste Müllplatz Westafrikas – Europas Elektroschrott in Ghana

Audiobeitrag Deutschlandradio Kultur (01.09.2015, 4:20 min.)

Nationale Symbole

Die Staatsflagge

Staatsflagge Ghanas
Staatsflagge Ghanas

Die Flagge Ghanas, entworfen und gestaltet von der Künstlerin Theodosia Okoh, besteht aus einem roten, einem goldenen und einem grünen Querstreifen. Der Stern in der Mitte, der die Freiheit und Einheit Afrikas verkörpert, hebt die Farbgebung markant hervor. Diese Farben gelten auch als ‚afrikanische Farben‘, wobei statt Gold zumeist die Farbe Gelb benutzt wird, die viele Flaggen afrikanischer Staaten schmücken.

  • Rot symbolisiert das Blut, das im Kampf um Freiheit und politische Unabhängigkeit vergossen wurde
  • Gold bezieht sich auf den Reichtum, den das Gold der einstigen Goldküste begründete
  • Grün steht für den einstigen Reichtum an Wäldern und der Landwirtschaft

Das Staatswappen

Staatswappen Ghanas
Staatswappen Ghanas

Anlässlich der Unabhängigkeit verlieh die britische Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt der einstigen Goldküste und des in Ghana umbenannten neuen Staates das Staatswappen. Entworfen und gestaltet wurde es vom Künstler Nii Amon Kotei, der 2011 im biblischen Alter von 96 Jahren verstarb. Er zählte zu einer kleinen Gruppe von Künstlern wie auch Phillip Gbeho, der die Nationalhymne komponiert hat, die die staatstragenden Symbole schufen. Das blaue Wappenschild wird durch ein grünes, gold gerahmtes St. George’s Cross strukturiert, seitlich gehalten von zwei Adlern und in der Kreuzmitte verziert durch einen goldenen Löwen. Er verkörpert die Beziehungen Ghanas zum Commonwealth. Stab und Machete zieren ein Feld und verkörpern die Lokalverwaltung, eine Festung im zweiten Feld steht für die Regierung, während ein Kakaobaum als Symbol des Reichtums an landwirtschaftlichen Produkten das dritte Feld schmückt. Der Förderturm einer Mine samt Gebäude steht für die Bodenschätze und prägt das vierte Feld. Der ‚Black Star‘ erstrahlt auf dem oberen Rand des Schildes, und am unteren Rand halten die Adlerfüße das Leitmotiv ‚Freedom and Justice‘, und Ordensbände am Hals der Adler tragen zwei Mini-Black Stars.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Über den Autor

Heinrich Bergstresser ist Freier Journalist, Freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA in Hamburg und Tutor in der AIZ. Der Autor freut sich auf Ihre Anregungen und Kommentare!

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2016 aktualisiert.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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Ghana – Daten

Ghana

Das Land in Daten

Karten: http://ddc.arte.tv/unsere-karten/neues-aus-ghana

Fläche
238.537 km2 (Weltrang: 80)

Einwohner
24.966.000 = 105 je km2 (Stand 2011, Weltrang: 47)

Hauptstadt
Accra

Amtssprachen
Englisch

Bruttoinlandsprodukt
(S) 37,2 Mrd. US-$; realer Zuwachs: 13,6%

Bruttosozialprodukt (BSP, pro Einwohner und Jahr)
1410 US-$

Währung
1 Ghana-Cedi (GHcent) = 100 Ghana-Pesewas

Botschaft
Stavangerstr. 17
19, 10439 Berlin
Telefon 030 5471490,
Fax 030 44674063www.ghanaemberlin.de

Regierung
Staats- u. Regierungschef: John Dramani Mahama, Staats- u. Regierungschef: Kwesi Bekoe Amissah-Arthur, Äußeres: Mohammed Mumuni

Nationalfeiertag
6.3.

Verwaltungsgliederung
10 Regionen

Staats- und Regierungsform
Verfassung von 1993
Präsidialrepublik (im Commonwealth)
Parlament mit 230 Mitgl., Wahl alle 4 J.
Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 4 J. (einmalige Wiederwahl)
Wahlrecht ab 18 J.

Bevölkerung
Ghanaer
letzte Zählung 2010: 24.658.823 Einw.
v.a. Kwa- u. Gur-Gruppen, Mande, Hausa, Fulbe

Städte (mit Einwohnerzahl)
(Stand 2010) Kumasi 2.035.064 Einw., Accra 1.848.614; (Stand 2000) Tamale 202.317, Takoradi 175.438, Ashiaman 150.312, Tema 141.479

Religionen
40% Anhänger indigener Religionen, 30% Muslime, 20% Protestanten (Presbyterianer, Methodisten, Baptisten, charismatische Bewegungen), 10% Katholiken (Stand: 2006)

Sprachen
Englisch; Kwa- u. Gur-Sprachen; Ful, Nzima

Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor
keine Angaben

Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen)
keine Angaben

Inflationsrate (in %)
Ø 2011: 8,7%

Wichtigste Importgüter (Anteil am Gesamtimport in %)

Wichtigste Exportgüter (Anteil am Gesamtexport in %)
v.a. Gold, Kakao, Diamanten, Mangan, Bauxit

 

Jahresrückblick

Präsident John Atta Mills empfing am 6.10.2011 den ivorischen Staatspräsidenten Alassane Ouattara. Beide Seiten unterzeichneten ein Abkommen mit dem UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) über die Rückführung der rund 18.000 Flüchtlinge, die seit dem blutigen Machtkampf in der Elfenbeinküste noch immer in Ghana leben. Im Rahmen seiner „Agenda für ein besseres Ghana“ warb Mills bei einem Staatsbesuch in Kanada und den USA vom 18.-24.11. für mehr Investitionen in Ghana.

 

Krise des NDC

Die sich abzeichnende Spaltung innerhalb des regierenden National Democratic Congress (NDC) beim Streit um die Nominierung des Kandidaten für die Ende 2012 stattfindenden Präsidentschaftswahlen konnte mit einem eindeutigen Abstimmungsergebnis beim Parteikongress am 8.7.2011 überwunden werden. 96,9% der Delegierten stimmten für John Atta Mills, der jedoch am 24.7.2012 starb. Sein Amt übernahm Vizepräsident John Dramani Mahama (Biografie).

 

Wirtschaft

Mit einem Realwachstum von 13,6% (2011) und einer seit längerem stabilen Inflationsrate von unter 10% (2011: 8,7%) entwickelte sich die Wirtschaft weiter positiv. Die Weltbank stufte Ghana deshalb Anfang Juli 2011 in die Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen hoch. Das im Kakaoanbau für das Erntejahr 2012/13 anvisierte Produktionsziel von 1 Mio. t wurde laut Mitteilung des staatlichen Ghana Cocoa Board (COCOBOD) vom 26.8.2011 bereits im laufenden Erntejahr 2010/11 erreicht. Trotz der hohen Exporteinnahmen stieg jedoch das Leistungsbilanzdefizit 2011 auf 9% an, was auf erhöhte Importe zurückzuführen war.

 

Quelle: Der Fischer Weltalmanach. © Fischer Taschenbuch Verlag in der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2012.

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/fischer-weltalmanach/65675/ghana?p=all