Ansprache von Kwame Nkrumah zur Unabhängigkeit des Landes am 6. März 1957 – Filme über Kwame Nkruma und seine Anstrengungen ein vereintes Afrika zu schaffen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die diskriminierende Schreibe des Spiegel über Nkruma

Titelbild

DER WEG IN DIE FREIHEIT: DER TRAUM VOM AFRIKA DER AFRIKANER

SPIEGEL SPECIAL Geschichte – 22.05.2007Die Vordenker der Unabhängigkeit. Afrikanische Intellektuelle bildeten bis zur Unabhängigkeitswelle nach dem Zweiten Weltkrieg eine winzige Minderheit. Die gerade erst entstehende Elite bestand aus einer kleinen Schar von Akademikern, die meist in … mehr…

Wie ein Nilpferd im Affenbrotbaum

DER SPIEGEL – 02.11.1992SPIEGEL-Reporter Erich Wiedemann über den Wiederaufstieg von Ghana zum afrikanischen Musterland. Ghanas Wiederaufstieg zum afrikanischen Musterland. Eine Frau wie ein Bulldozer ohne Rückwärtsgang: 73, laut, stämmig, schwergängig, aber nicht zu b… mehr…

Die lange Nacht der Kinder Afrikas

DER SPIEGEL – 09.02.1981Schwarzafrika nach zwei Jahrzehnten Unabhängigkeit (VI) / Von SPIEGEL-Redakteur Gunar Ortlepp Manche werden sich sogar fragen, ob die Zeit des Kolonialismus nicht vielleicht zu kurz war; ob die nach Afrika verpflanzten europäischen Institutionen genu… mehr…

Das Grab des Erlösers Kwame Nkrumah

DER SPIEGEL – 17.07.1972Totentrommeln dröhnten, Klageweiber kreischten, und die Lehm- und Bambushütten des 1000-Einwohner-Dorfes im westafrikanischen Busch waren mit roten und schwarzen Trauerfahnen dekoriert. Nkroful, im Stammesgebiet der Nzima in Ghana, feierte Sonntag, v… mehr…

GESTORBEN: Kwame Nkrumah

DER SPIEGEL – 01.05.1972Kwame Nkrumah, 62. 1951 wählte ihn das Volk von Ghana (der britischen Kronkolonie Goldküste) überraschend zum Premier. Der Pan-Afrikaner, der von den Engländern mehrfach als Polit-Täter festgesetzt wurde, wechselte zunächst die Häftlingskluft gegen d… mehr…

GHANA / NKRUMAH: Haie gegen Affen

DER SPIEGEL – 09.12.1968Am Heiligabend wollte der Messias an Land gehen.Das jedenfalls befürchtete die Militärjunta des westafrikanischen Ghana, die 1966 den selbsternannten Erlöser („Osagyefo“) der acht Millionen Ghanaer, Kwame Nkrumah, heute 59, abgesetzt hatte.Aus dem Ex… mehr…

So viel Größe

DER SPIEGEL – 20.05.1968Ihr letztes Zusammentreffen mit Ghanas Ex-Diktator Kwame Nkrumah schildert die Fliegerin Hanna Reitsch, 56, in ihrem jetzt erschienenen Buch „Ich flog für Kwame Nkrumah“. Die Pilotin, die nach in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs mit dem Vorsa… mehr…

AFRIKA / REGIONAL-PAKTE: Ein bißchen Politik

DER SPIEGEL – 13.05.1968Wir können eine Unionsregierung für Afrika klar am Horizont sehen. Kwame Nkrumah, 1963. Ghanas Osagyefo („Erlöser“) Nkrumah hatte eine Fata morgana gesehen: Afrikas Einheit.Als die „Organisation für Afrikanische Einheit“ (OAU) 1963 gegründet wurde,… mehr…

GUINEA / NKRUMAH: Armer Erlöser

DER SPIEGEL – 25.03.1968Eine Staatskarosse zog einen Affenkäfig in Wohnwagen-Format durch die Straßen von Ghanas Hauptstadt Accra. In diesen Käfig soll kein seltenes Tier, sondern der berühmteste Ghanaer gesperrt werden. Noch sitzt er im benachbarten Guinea — in einem gold… mehr…

AFRIKA / STAATSSTREICHE: Schwarz ist der Mut

DER SPIEGEL – 28.11.1966Drei Stunden lang verkündete der unbekannte Schwarze den Umsturz: „Die Revolution hat soeben begonnen. Das Volk von Togo fordert sein Recht.“Drei Stunden lang schmetterte er seine Parolen in die Mikrophone von Radio Lome. Und immer wenn er Luft ho… mehr…

DIPLOMATEN: Schwarz und rot

DER SPIEGEL – 23.05.1966DDR. Als im fernen Afrika farbige Revoluzzer das Regime des Ghanaers Kwame Nkrumah hinwegputschten, mußte das Personal der DDR-Handelsmission in der Hauptstadt Akkra unverzüglich nach Hause fahren. Die Deutschen blieben unversehrt, und das entsp… mehr…

PACKEN SIE ENDLICH AUS, MR. HEROLD

DER SPIEGEL – 04.04.1966Vier Monate in Nkrumahs Gewalt. Zu 40 Jahren Gefängnis verurteilte am 30. November 1965 das höchste Gericht des Ghana-Diktators Kwame Nkrumah den deutschen Journalisten Lutz Herold, 47. Begründung: Herold habe für die ghanaischen Exilpolitiker u… mehr…

WER NKRUMAH HILFT, IST EIN PHANTAST

DER SPIEGEL – 21.03.1966SPIEGEL-Interview mit General Joseph A. Ankrah, dem Vorsitzenden des „Nationalen Befreiungsrates“ von Ghana. SPIEGEL: Herr General, vor drei Wochen haben Sie Nkrumah gestürzt. Jetzt regiert die Armee in Ghana. Wie lange wird sie regieren?ANKRAH: W… mehr…

NKRUMAH: Stern von Afrika

DER SPIEGEL – 28.02.1966GHANA. Auf Postkarten schüttelte er Jesus Christus die Hand. Seine jungen Pioniere sangen: „Nkrumah wird nie sterben, ewig wird er leben.“ Und eine staatliche Propagandaschrift (Titel: „Stern von Afrika“) prophezeite: „Der allmächtige Gott und d… mehr…

HESSEN: Immer neue Kunden

DER SPIEGEL – 23.09.1964BUNDESLÄNDER. In Afrika breitet sich die Drei-Staaten -Theorie aus: Schon mancher Deutsche, kolportierte unlängst die „Welt“, sei auf dem Schwarzen Kontinent gefragt worden, ob er aus der Bundesrepublik, aus der DDR oder aber aus Hessen komme.Sc… mehr…

AFRIKA / DIKTATUR: Unser Messias

DER SPIEGEL – 12.02.1964Sein Vater war Goldschmied. Seine katholische Mutter wurde wegen ihres frommen Lebenswandels „Heilige Jungfrau von Ghana“ genannt. Der Sohn, der Lehrer Dr. Kwame Nkrumah, heute 54, in katholischen Missionsschulen gedrillt und an amerikanischen Uni… mehr…

AFRIKA / TOGO: Drei Kugeln

DER SPIEGEL – 06.02.1963Vierzehn schwarze Außenminister traten Ende Januar in der nigerianischen Hauptstadt Lagos zu einem hastig einberufenen Palaver zusammen. Hauptberatungspunkt: die Ermordung des Togo-Präsidenten Sylvanus Olympio.Zum erstenmal galt die Sorge der dunk… mehr…

NEUTRALE: Punkt 27

DER SPIEGEL – 13.09.1961KALTER KRIEG. Über den Wandelgängen des Belgrader Parlamentsgebäudes lag eine Dunstglocke von kaltem Zigarettenrauch.Erschöpfte Diplomaten zankten mit übermüdeten Journalisten. Die Exzellenzen hatten lange Bartstoppeln, die Reporter rotgeränderte… mehr…

AFRIKA / KONGO-DEBAKEL: Die weiße Eminenz

DER SPIEGEL – 14.12.1960Mitten in der afrikanischen Steppe, unweit der einsamen Straße, landete ein Flugzeug. Schwerbewaffnete kongolesische Militärpolizisten sprangen heraus und stoppten eine schwarze Limousine, die nach Luluabourg rollte.So endete nach vier Tagen und 1… mehr…

AFRIKA: Gürtet eure Lenden

DER SPIEGEL – 30.04.1952(s. Titel) Mit einem Riesensatz jumpte Anfang März „Großer Befreier“, Dr. Kwame Nkrumah, 42, in die Weltpolitik. Mit ihm 4,1 Millionen Aschantis, Ewes und Fantis der britischen Kolonie „Goldküste“. Gouverneur Charles Noble Arden-Clarke verkün… mehr…

Themen von A-Z

Mit der Forderung Independence now! führte Kwame Nkrumah die britische Kronkolonie Goldküste unter dem Namen Ghana am 6. März 1957 als erstes schwarzafrikanisches Land in die Unabhängigkeit (siehe auch: Dekolonisation Afrikas). Er gilt als Begründer des Panafrikanismus: “Vereinzelt sind wir schwach. Vereinigt jedoch könnte Afrika ernsthaft eine der stärksten Kräfte in der Welt sein.”

Kwame Nkrumah

For english see below!

 

Kwame Nkrumah, eigentlich Francis Nwia Kofie Kwame Nkru-mah (* 21. September 1909 in Nkroful; † 27. April 1972 in Bukarest) war ein ghanaischer Denker, Politiker und Staatsmann.

Mit der Forderung Independence now! führte Kwame Nkrumah die britische Kronkolonie Goldküste unter dem Namen Ghana am 6. März 1957 als erstes schwarzafrikanisches Land in die Unabhängigkeit (siehe auch: Dekolonisation Afrikas). Er gilt als Begründer des Panafrikanismus.
Kindheit und Ausbildung

Nkrumah stammte aus dem Volk der Akan, genauer der Nzema und wurde offiziell am 21. September 1909 im Dorf Nkroful im Südwesten des heutigen Ghana als Sohn einer Kleinhändlerin und eines Goldschmiedes geboren. Seine bemerkenswerte Bildungskarriere begann er in einer katholischen Missionsschule. Mit etwa 17 Jahren wurde Nkrumah zunächst Hilfslehrer, bevor er ab 1926 das Achimota College in Accra besuchte und dort später auch unterrichtete. 1935 siedelte Nkrumah mit Hilfe eines im Diamanten- und Goldhandel reich gewordenen Verwandten in die USA über, wo er einen B.A.-Abschluss in Volkswirtschaftslehre (1939) und einen B.A.-Abschluss in Theologie (1942) and der Lincoln University und einen Master of Science in Pädagogik und einen Master of Arts in Philosophie (beide 1943) an der University of Pennsylvania ablegte. 1945 studierte Nkrumah kurz an der London School of Economics and Political Science.
Politische Laufbahn

In London entwickelte er immer mehr politisches Engagement und eine rege publizistische Tätigkeit. 1945 organisierte er als Generalsekretär unter W.E.B. Du Bois den 5. Panafrikanischen Kongress in Manchester. Zurück an der Goldküste wurde Nkrumah 1947 Generalsekretär der von Joseph Boakye Danquah gegründeten Partei United Gold Coast Convention (UGCC). 1948 ausgebrochene Unruhen, die sogenannten Accra-Riots machten ihn zu einem landesweit bekannten Helden und führten zu seiner ersten kurzfristigen Verhaftung. 1949 brach er mit der gemäßigten UGCC und gründete die radikalere Convention People’s Party (CPP), die 1951 mit ihrer Forderung nach sofortiger Autonomie bei den Parlamentswahlen stärkste Kraft wurde. Nkrumah, obwohl seit den von ihm mit organisierten Unruhen von 1950 inhaftiert, errang in Accra 98,5% der Stimmen und wurde daraufhin von den Briten freigelassen. Im März 1952 wurde er zum Premierminister der Kronkolonie Goldküste ernannt, der er bei der Unabhängigkeit 1957 den Namen Ghana gab. Im gleichen Jahr heiratete Nkrumah die Ägypterin Fathia Helen Ritzk.
Präsident Ghanas

Als Kwame Nkrumah sein Amt als Staatspräsident in Ghana antrat, sah er sich mit einer großen Reihe von Problemen konfrontiert, die in erster Linie aus der langen Ausbeutungs- und Kolonialgeschichte des Landes resultierten. Die Wirtschaftsstruktur des Landes, die sich bis dahin an den einseitigen Interessen der britischen Kolonialmacht orientiert hatte, musste möglichst schnell beseitigt werden. Nkrumah erkannte, dass die ghanaische Wirtschaft nicht nur abhängig vom Anbau und dem Export von Kakao war und somit die Entwicklung des Landes an die Weltmarktpreise für dieses cash – crop Produkt gekoppelt war. Im gesamten Land gab es zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit zudem keine Industrieanlagen. Paradoxer Weise wies Ghana zwar die höchsten Kakaoexportraten weltweit auf, dennoch gab es nicht einmal eine einzige Weiterverarbeitungsanlage für Kakao in Ghana selbst. Mit dem First Five Year Development Plan (1951 – 1956), dem Second Five Year Development Plan (1959-1964) sowie dem Consolidation Plan (1957-1959) legte die ghanaische Regierung unter der Führung Kwame Nkrumahs die Grundlage für die Modernisierung und Industrialisierung des Landes. Eine Bestandsaufnahme im Jahr 1964 ergab, dass die Umsetzung der Entwicklungspläne von Erfolg gekrönt waren. Ghana besaß das modernste Straßennetz Afrikas. Die Häfen in Takoradi und Tema waren vergrößert und ausgebaut bzw. wiederaufgebaut worden. Die landwirtschaftliche Produktion war diversifiziert und mechanisiert worden. Zudem konnten große Erfolge und Fortschritte im Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens nachgewiesen werden. Mit dem Volta River Project wurde zudem die zukünftige Sicherung der ghanaischen Stromversorgung angestrebt.

Im März 1964 stellte die ghanaische Regierung den Seven Year Development Plan vor, welcher Nkrumah zufolge drei wesentliche Punkte in das Zentrum der Entwicklung des Landes stellte: eine schnelle Steigerung des Wachstums der nationalen Wirtschaft, eine sozialistisch geprägte Transformierung aller Wirtschaftsbereiche und die radikale Vernichtung aller noch vorhandenen Wirtschaftsstrukturen der Kolonialzeit. Kwame Nkrumah erlangte auch auf innerafrikanischer Ebene große Anerkennung für seine politischen und wirtschaftlichen Bemühungen. Er proklamierte die Einheit Afrikas und rief alle Afrikaner dazu auf die Fesseln des Kolonialismus abzuschütteln. In Africa Must Unite (1963) stellte er heraus: So wie unsere Stärke auf einer einheitlichen Politik und fortschreitenden Entwicklung beruht, so beruht die Stärke der Imperialisten auf unserer Uneinigkeit. Wir in Afrika können ihnen nur dann wirksam begegnen, wenn wir ihnen eine einheitliche Front und das Bewusstsein unserer afrikanischen Sendung gegenüberstellen. Aufgrund seiner steigenden Popularität im Kampf gegen Ungerechtigkeit und für die Befreiung Afrikas entwickelte sich der ghanaische Präsident für die westliche Welt zu einer immer größer werdenden Gefahr. Besonders deutlich hatte Nkrumah die wirtschaftliche Ausbeutung der afrikanischen Rohstoffe durch transnationale Konzerne in seinem Buch Neocolonialsm. The Last Stage of Imperialism (1965) herausgestellt. In diesem Werk betonte er, dass sich auch mit der formellen Unabhängigkeit der afrikanischen Länder an den ökonomischen Ausbeutungsstrukturen der Kolonialzeit nichts geändert hat. Im Rahmen des nun praktizierten Neokolonialismus werden Macht und Einfluss von internationalen Öl- und Bergbaukonzernen, wie der Anglo – American Corporation oder der American Metal Climax, in Afrika weiter manifestieren.
Sturz

Die Ansichten Nkrumahs gegenüber der ehemaligen britischen Kolonialmacht und deren kapitalistischen Verbündeten wurden ihm schließlich zum Verhängnis. Im Zuge des Kalten Krieges und mit Unterstützung westlicher Machthaber wurde Nkrumah im Jahr 1966 während einer Auslandsreise in die Volksrepublik China durch einen Militärputsch von der pro – westlichen National Liberation Council (NLC) gestürzt. Dieser Putsch wurde damit gerechtfertigt, die Regierung Kwame Nkrumahs habe Ghana in ein wirtschaftliches Chaos geführt und der Präsident selbst habe sich als eine Art sozialistischer Diktator am Staat bereichert. Angeblich hätte Ghana nach seiner Entlassung aus britischen Kolonialbesitz (im Jahre 1957) gute Startbedingungen gehabt und Nkrumah habe das Land durch Fehlentscheidungen und Misswirtschaft zu Grunde gerichtet. Nkrumah ging nach Guinea ins Exil. Er widersprach den Behauptungen und Anschuldigungen in seinem Buch The Big Lie (1968), in welchem er den Intrigen gegen seine Person bzw. seine Regierungszeit mit harten Argumenten entgegentrat. 1972 starb der seinerzeit weltweit populärste Verfechter des Panafrikanismus in Bukarest.
Denken

Paulin Hountondji hat die Brüche im Denken Nkrumahs betont. Während der frühe Nkrumah auf der Kontinuität des Sozialismus im Verhältnis zum ‚Kommunalismus’ des ‚traditionellen’ Afrikas beharrt, ein idealisierendes Bild des vorkolonialen Afrikas zeichnet (keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen) und sich als Schüler Gandhis versteht, sieht der späte Nkrumah die Notwendigkeit des gewaltsamen Bruchs mit den neokolonialen Verhältnissen, des Kampfes gegen den Imperialismus und seine afrikanischen Verbündeten. In African Socialism revisited lehnt Nkrumah daher auch die Vorstellung eines ‘afrikanischen Sozialismus’ im Sinn Nyereres, der einer „Ideologie der Kontinuität“ (Hountondji) verhaftet bleibt, ab.

Während die frühen Arbeiten betonen, dass es im vorkolonialen Afrika keinen Klassenkampf gegeben habe, lehnt der späte Nkrumah die Fetischisierung des vorkolonialen Afrika ab. „Nkrumah wird nie wieder Afrika als eine besondere Welt vorstellen, sondern er akzeptierte, dass unsere Gesellschaften denselben Gesetzen unterworfen sind wie jede andere Gesellschaft der Welt, und dass die afrikanische Revolution, wenn sie richtig verstanden wird, untrennbar mit der Weltrevolution verbunden ist.“

In Africa must unite (1963) hatte Nkrumah die sofortige Bildung einer gesamtafrikanischen Regierung gefordert. Später setzte er auf eine Einigungsbewegung, die von der Basis ausgeht, während es zwischen antiimperialistischen Regierungen und dem vom Westen unterstützten „Marionettenregimes“ keine Gemeinsamkeit geben könne.

 

http://www.panafrikanismusforum.net/kwame-nkrumah.html

 

Ghana war der erste afrikanische Nationalstaat, der die Unabhängigkeit von einer europäischen Kolonialmacht errang!

Freiheit für die Goldküste

1957 wurde Ghana unabhängig

Ghana war der erste afrikanische Nationalstaat, der aus der Kolonialherrschaft entlassen wurde. Doch nachdem die Briten dem Land vor 50 Jahren die Unabhängigkeit gewährt hatten, war der Traum von einer goldenen Zukunft schnell ausgeträumt. Den Fesseln der Kolonialherrschaft folgten sehr bald die Fesseln einer Diktatur.

Von Monika Köpcke

Markt in Accra, der Hauptstadt von Ghana. (AP)
Markt in Accra, der Hauptstadt von Ghana. (AP)

Es ist ein feierlicher Augenblick: Um Punkt null Uhr in der Nacht vom 5. auf den 6. März 1957 wird auf dem Alten Poloplatz in Accra der britische Union Jack eingeholt und an seiner Stelle die neue grün-gelb-rote Flagge mit dem schwarzen Stern in der Mitte gehisst. Ein neuer Staat ist geboren: Ghana.

Gut hundert Jahre lang hatten sechs europäische Mächte den afrikanischen Kontinent in Kolonien aufgeteilt und annektiert. Nun ist Ghana der erste unabhängige Staat Afrikas. Als britische Kolonie trug das Land den Namen Goldküste, benannt nach dem feinen Goldstaub an der afrikanischen Westküste. Gold, Elfenbein und der boomende Sklavenhandel hatten bereits seit dem 16. Jahrhundert Europäer in die Region gelockt, die hier lukrative Handelsstützpunkte einrichteten. Nur den Briten gelang es, sich dauerhaft festzusetzen. Nach acht Kriegen gegen den mächtigsten einheimischen Volksstamm der Aschanti erklärten sie die Region 1874 zur britischen Kronkolonie.

Im Gegensatz zu den anderen Kolonialmächten gaben die Briten den Afrikanern bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Möglichkeit, sich selbst zu organisieren und politisch zu betätigen. So entstand ein mit afroamerikanischer Hilfe finanzkräftiger „Verein zur Abwehr des Landkaufs durch Europäer“, es gab von den Briten unabhängige Schulen, eigene Zeitungen und eine politische Partei, die „Convention’s People Party“. Ihr Vorsitzender war der charismatische Kwame Nkrumah. 1952 wurde er Premierminister an der Goldküste, ein rein repräsentativer Titel, das Sagen hatten ausschließlich die Briten. Doch Nkrumah gelang es, über alle Stammesgrenzen hinweg die sechs Millionen Goldküsten-Bewohner für den Kampf um die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft zu mobilisieren. Es war ein friedlicher Kampf: Mit Streiks und Demonstrationen übten die Menschen einen großen Druck auf die Briten aus, dem diese irgendwann nicht mehr standhalten konnten. Am 6. März 1957 entließen sie die Goldküste in die Unabhängigkeit, und Nkrumah wurde der erste Ministerpräsident des neuen Staates Ghana:

„Von heute an müssen wir unsere Vorstellungen ändern. Wir müssen realisieren, dass wir von nun an keine Kolonie mehr sind, sondern ein freies und unabhängiges Volk. Unsere Unabhängigkeit ist ohne Bedeutung, wenn sie nicht die völlige Freiheit für den afrikanischen Kontinent nach sich zieht.“

Ghana wurde Vorreiter und Vorbild für viele andere schwarzafrikanische Staaten, die zum Teil unter heftigen Geburtswehen in den 60er Jahren ihre Unabhängigkeit erlangten. Ghanas Ausgangsposition von 1957 war günstig: Der Unabhängigkeitskampf hatte die Menschen über alle Stammesgrenzen hinweg geeint, der Wirtschaft ging es gut, die Infrastruktur war intakt. Doch schon bald sollte Ghana der erste der jungen Staaten Afrikas werden, in dem die anfängliche Demokratie durch eine Diktatur abgelöst wurde.

Nach dem Vorbild der sozialistischen Staaten schaffte Nkrumah in den 60er Jahren das Mehrparteiensystem ab. Sich selbst stilisierte er zum Heiland und Erlöser, ihn zu kritisieren war Hochverrat. Das wirtschaftliche Kapital seines Landes verspielte er durch Großmannssucht und die Vernachlässigung der ländlichen Regionen. 1966 stürzte das Militär Nkrumah, in den folgenden 20 Jahren folgte ein Putsch dem anderen. Das Land war wirtschaftlich am Ende, als der letzte der vielen Militärdiktatoren, der Fliegerleutnant J.J. Rawlings, in den 80er Jahren das Steuer herumriss. Er unterwarf das Land den strengen Regeln des Internationalen Währungsfonds, führte das Mehrparteiensystem und die Pressefreiheit wieder ein und gab sich als gewendeter Demokrat:

„Demokratie ist keine Funktion, die man nur am Wahltag ausübt. Sie will jeden Tag neu praktiziert werden. Was mich betrifft, werde ich immer bedenken, dass demjenigen, dem viel anvertraut ist, umso mehr gefordert wird.“

Heute gilt Ghana als das politische und marktwirtschaftliche Musterland Westafrikas. Doch das ist ein sehr relativer Titel: Die Analphabetenquote ist hoch, fast die Hälfte der Einwohner lebt in Armut, und die ghanaischen Beamten gelten als die bestechlichsten weltweit.